Mitglied der Vereinigung Cockpit mit seiner Lufthansa-Pilotenmütze | Bildquelle: dpa

Lufthansa und Cockpit Ende eines langen Tarifstreits

Stand: 10.10.2017 18:03 Uhr

In 14 Streikrunden haben Cockpit und die Lufthansa über Jahre um einen Tarifvertrag gerungen. Im März kam dann der Durchbruch, und nun haben beide Seiten alle offenen Fragen geregelt. Allerdings müssen die Cockpit-Mitglieder noch über die Einigung abstimmen.

Lufthansa und die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) haben sich nach jahrelangen Auseinandersetzungen und 14 Streikrunden auf neue Tarifverträge geeinigt. Das teilten beide Seiten in Frankfurt mit.

Die Einigung steht noch unter dem Vorbehalt, dass die VC-Mitglieder in einer erneuten Urabstimmung zustimmen müssen. Dies soll bis Mitte Dezember abgeschlossen sein. Eckpunkte waren bereits im Frühjahr vereinbart worden.

Länger im Cockpit

Nach der Vereinbarung sollen die rund 5400 Flugzeugführer der Kernmarke Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings im Schnitt mit 60 und damit zwei Jahre später als bislang in den Vorruhestand wechseln können. Die Betriebsrenten werden auf Festbeiträge umgestellt.

Bislang hatte Lufthansa die absolute Höhe der Zahlungen garantiert und damit das Zinsrisiko übernommen. Dieses Risiko müssen die Piloten künftig selbst tragen.

Zudem wurden Gehaltssteigerungen von insgesamt 10,3 Prozent bis zum Juni 2022, eine Einmalzahlung von 1,8 Monatsgehältern sowie mehr als 700 Neueinstellungen zu den Bedingungen des Konzerntarifvertrags (KTV) vereinbart.

Alte Bedingungen bleiben

Lufthansa verpflichtete sich, bis Ende 2022 mindestens 325 Flugzeuge mit Piloten zu besetzen, die nach dem KTV beschäftigt werden. Diese sind tariflich besser gestellt als ihre Kollegen bei anderen Gesellschaften des Lufthansa-Konzerns. Die Einstiegs- und möglichen Endvergütungen für die Piloten orientierten sich am vorherigen Niveau, berichtete die Lufthansa.

Insgesamt sollen die Personalkosten im Cockpit aber um 15 Prozent sinken. Allein die Umstellung der Pensionszahlungen entlaste den Konzern um einen hohen dreistelligen Millionenbetrag.

Der Tarifkonflikt läuft bereits seit 2012 - mit mehreren Streiks, 500 Millionen Euro Kosten und unzähligen Verhandlungsrunden. Der bislang letzte Streik hatte Reisepläne von Lufthansa-Kunden Ende November durcheinandergebracht.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 10. Oktober 2017 um 18:00 Uhr.

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