Streik der Lufthansa-Piloten | Bildquelle: AFP

Tarifkonflikt beigelegt Lufthansa und Cockpit akzeptieren Schlichtung

Stand: 15.02.2017 14:57 Uhr

Die Fluggesellschaft und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit haben ihren seit April 2014 ausgetragenen Tarifstreit beigelegt. Beide Seiten akzeptierten einen Schlichterspruch. Dieser lässt aber wichtige Streitpunkte offen.

Die Lufthansa und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) haben ihren jahrelangen Tarifkonflikt vorerst beigelegt. Beide Seiten hätten eine Schlichterempfehlung angenommen, teilte die Fluggesellschaft mit. VC bestätigte die Einigung. Nun würden die Mitglieder in einer Urabstimmung über die Annahme entscheiden. Der Schlichterspruch verlange von den Piloten "maximale Kompromissbereitschaft", so die VC. Das Ergebnis dürfte Ende März bekannt gegeben werden.

Lufthansa stimmte nach eigenen Angaben einer Vergütungserhöhung im Konzerntarifvertrag von Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings in vier Stufen von insgesamt rund 8,7 Prozent zu. Zudem gibt es eine zusätzliche Einmalzahlung in Höhe eines Gesamtvolumens von rund 30 Millionen Euro, die voraussichtlich mit etwa 5000 bis 6000 Euro durchschnittlich pro Vollzeitbeschäftigtem ausgeschüttet werden. Die Vergütungsverträge haben laut Lufthansa eine Laufzeit bis Ende 2019.

Um die Steigerung zu kompensieren, sollen 40 Flugzeuge außerhalb des Konzerntarifvertrags eingesetzt werden, gab Lufthansa einseitig bekannt. Es ist derzeit unklar, ob es sich um zusätzliche Maschinen handelt oder um Ersatzjets für die bestehende Flotte mit mehr als 330 Maschinen.

Luftahnsa und Cockpit legen Tarifstreit bei
tagesschau 20:00 Uhr, 15.02.2017, Sebastian Kisters, HR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Welches Pilotengehalt gilt?

In der Schlichtung ging es formal ausschließlich um die Gehälter der etwa 5400 Piloten. Der Schlichterspruch musste sich folglich auf dieses Thema beschränken. Lufthansa und Cockpit streiten aber auch über strategische Themen, die folgerichtig bei der Schlichtung ausgeklammert wurden.

Darüber wollen beiden Seiten nach Angaben der Lufthansa die Gespräche zu allen offenen Themen fortsetzen, um Kostensenkungen im Rahmen einer Gesamtlösung zu erreichen. Ungelöst sind etwa die wesentlich schwierigeren Fragen zum Vorruhestand und den Betriebsrenten.

Außerdem sucht Lufthansa nach Möglichkeiten, Flugzeuge von Piloten fliegen zu lassen, die nicht mit Konzerntarifvertrag beschäftigt sind. Im Konzern sind diese Piloten bereits in der Minderheit. Bei allen Töchtern wie Swiss, Austrian, Brussels und Eurowings wird weniger gezahlt.

Konkurrenz von Ryanair und Co.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr | Bildquelle: dpa
galerie

Lufthansa-Chef Spohr fürchtet die Konkurrenz der Billiganbieter.

Die Piloten hatten seit 2014 insgesamt 14 mal gestreikt. Der Arbeitskonflikt zog sich auch so lange hin, weil hinter den Kulissen ein Streit um den Ausbau der Konzerntochter Eurowings tobt. Die Piloten fürchten, durch die Konkurrenz mit schlechter bezahlten Angestellten im eigenen Haus künftig erpressbar zu werden. Für Lufthansa-Chef Carsten Spohr ist die schnelle Expansion von Eurowings strategisch wichtig, um der Expansion von Ryanair und Easyjet Paroli zu bieten.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 15. Februar 2017 u.a. um 13:00 Uhr.

Darstellung: