Flugzeuge der Lufthansa und von Air Berlin | Bildquelle: dpa

Airline-Übernahme Lufthansa will Air Berlin - ohne Schulden

Stand: 05.05.2017 16:13 Uhr

Im Poker um Air Berlin hat Lufthansa die Karten auf den Tisch gelegt: Man wolle eine Übernahme - allerdings müsse die kriselnde Gesellschaft erst einmal entschuldet werden, hieß es bei der Aktionärs-Hauptversammlung. Vorstandschef Spohr weiß auch schon von wem.

Die Lufthansa will ihren nationalen Konkurrenten Air Berlin komplett übernehmen. Lufthansa-Chef Carsten Spohr sieht allerdings den Air-Berlin-Großaktionär Etihad in der Pflicht, Air Berlin zuvor zu entschulden. "Die Schuldenfrage kann nur Abu Dhabi lösen", sagte Spohr am Rande der Hauptversammlung in Hamburg. Das sei auch den dortigen Verantwortlichen klar.

Spohr hatte am vergangenen Montag im Gefolge von Kanzlerin Angela Merkel Gespräche in dem Emirat geführt. Die kartellrechtlichen Probleme bei einer Übernahme von Air Berlin bezeichnete Spohr als "lösbar". Schließlich hätten in der Vergangenheit auch British Airways und Air France kleinere nationale Konkurrenten übernehmen dürfen. Die Lösung der kartellrechtlichen Probleme liege klar in der Verantwortung der Lufthansa.

Eurowings soll Jets übernehmen

Spohr zeigte sich zufrieden, dass die Berliner mit der Air Berlin Aeronautics GmbH eine zweite Fluggesellschaft gründen, in welche die 38 bereits an die Lufthansa vermieteten Jets dann verlagert werden könnten. Diese Konstruktion sei aber erst im Herbst funktionsfähig, sagte Spohr. Die verbliebene Air Berlin mit noch 75 Jets könnte nach den Plänen in die Lufthansa-Billigtochter Eurowings integriert werden. Sie sei schon jetzt der Wachstumstreiber im Konzern und werde bis zum Jahresende 160 Flugzeuge umfassen, kündigte Spohr an. 2018 soll die bislang noch defizitäre Airline dann in die Gewinnzone fliegen.

Carsten Spohr | Bildquelle: dpa
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Carsten Spohr zeigt sich optimistisch, eventuelle Beanstandungen des Kartellamts abwehren zu können.

Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann habe bereits die richtigen Stellschrauben zur Kostenreduzierung genannt, meinte Spohr. Dazu gehörten bessere Leasingverträge für die Jets und Einsparungen bei den Gebühren, die bei Ticketverkäufen über die globalen Buchungssysteme anfallen. Die kriselnde Air Berlin hat Schulden von rund 1,2 Milliarden Euro angehäuft und in diesem Jahr weitere hohe Millionenstützen von Etihad erhalten.

Optimismus trotz schlechterer Zahlen

Spohr zeigte sich auch optimistisch, die im ersten Quartal wieder gestiegenen Betriebskosten bei den einzelnen Teilunternehmen des Konzerns im Laufe des Jahres absenken zu können. Lufthansa habe im betriebsschwachen ersten Quartal viele Wartungen vorgezogen und durch die hohe Auslastung der Jets zusätzlichen Aufwand gehabt. Das werde sich im Laufe des Jahres glätten. Wegen unsicherer globaler politischer Entwicklungen und steigender Treibstoffkosten werde das Ergebnis trotz aktuell guter Buchungslage leicht unter dem Rekordjahr 2016 erwartet.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 05. Mai 2017 um 17:40 Uhr.

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