Verlauf von Air Berlin | Bildquelle: dpa

Lufthansa-Angebot zu Air Berlin Langstrecke? Nein, danke

Stand: 21.09.2017 09:58 Uhr

Bei der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin beraten heute die Gläubigerausschüsse über die Gebote. Für eine Überraschung sorgte vorab die Lufthansa: Man habe kein Interesse an den Langstreckenjets von Air Berlin, teilte Lufthansa-Chef Spohr mit.

Vor dem Treffen der Gläubigerausschüsse von Air Berlin hat die Lufthansa Details ihres Angebots öffentlich gemacht: Anders als von manchen Beobachtern erwartet, hat die Airline kein Angebot für die Übernahme der Langstreckenjets von Air Berlin abgegeben. Das bestätigte Lufthansa-Chef Carsten Spohr. Stattdessen habe man sich im abgeschlossenen Bieterverfahren um höchstens 78 Mittelstreckenjets beworben. "Viel mehr werden wir kartellrechtlich gar nicht machen können", sagte Spohr.

38 plus x

Insgesamt verfügt Air Berlin mit rund 8000 Mitarbeitern über eine Flotte von 144 Flugzeugen, von denen aber 38 bereits samt Besatzungen an die Lufthansa-Tochter Eurowings vermietet sind. Sich diese Maschinen zu sichern habe Priorität, sagte Spohr. Dazu sollten 20 bis 40 weitere Maschinen für Kurz- und Mittelstrecken kommen.

Die ungewisse Zukunft von Air Berlin
tagesschau 17:00 Uhr, 21.09.2017, André Kartschall, RBB

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Verhandlungen über die Übernahme erfahrener Piloten von Air Berlin bei Eurowings sind derweil ergebnislos vertagt worden.

Lufthansa-Chef Spohr wandte sich gegen die Auffassung, dass sein Konzern mit der Teilübernahme von Air Berlin eine Monopolstellung gewinne. Der Marktanteil würde sogar bei einer Komplettübernahme unter 50 Prozent bleiben, sagte der Airline-Chef.

Entscheidung am Montag

Außer der Lufthansa boten auch Easyjet, die British-Airways-Mutter IAG sowie die Luftfahrtunternehmer Hans Rudolf Wöhrl und Niki Lauda auf Air Berlin. Die Lufthansa hatte als erstes ihr Konzept für einen Teilkauf vorgelegt, was Erzrivale Ryanair als abgekartetes Spiel mit der Bundesregierung kritisierte.

Die Gläubigerausschüsse der insolventen Air Berlin befassen sich heute mit den Angeboten der Bieter. Eine endgültige Entscheidung über den Zuschlag dürfte der Aufsichtsrat aber erst am Montag (25. September) treffen. Für den formalen Beschluss könnten nun aber schon die Weichen gestellt werden, hieß es. Wo und wann die Gläubiger tagen, war zunächst nicht bekannt. Ein Gesamtverkauf der Airline an eine andere Fluggesellschaft gilt wegen der dann hohen Marktmacht des neuen Eigentümers als eher unwahrscheinlich. Mehrere einzelne Bieter hoffen daher auf Teile von Air Berlin.

Mehr als 230 Fluggesellschaften in Europa

Der europäische Luftverkehrsmarkt steht für ein gutes Viertel des weltweiten Flugaufkommens und ist so dicht besetzt wie sonst keine Region der Welt. Mehr als 230 Gesellschaften betreiben Linienverkehre, wobei die größten fünf (Lufthansa, Air France, IAG, Easyjet, Ryanair) rund 64 Prozent des Marktes abdecken.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 21. September 2017 um 11:00 Uhr.

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