Die Heckflosse eines startbereiten Lufthansa-Airbus A380 vor einer landenden Boeing 747-400 | Bildquelle: dpa

Beschwerde wegen Preistreiberei Lufthansa weist Vorwürfe zurück

Stand: 26.11.2017 03:52 Uhr

Die Lufthansa wehrt sich gegen den Vorwurf, nach der Pleite von Air Berlin die Preise in die Höhe zu treiben. Am Preissystem habe sich nichts geändert, sagte Vorstandsmitglied Hohmeister der "Welt am Sonntag". Das Bundeskartellamt will Beschwerden über zu teure Tickets untersuchen.

Die Lufthansa hat den Vorwurf der Preistreiberei zurückgewiesen. Nach der Pleite des Konkurrenten Air Berlin waren Beschwerden laut geworden, die Preise für Tickets der Lufthansa seien um bis zu 30 Prozent teurer geworden.

Dieser Vorwurf sei "nachweisbar nicht zutreffend", sagte Lufthansa-Vorstand Harry Hohmeister der Zeitung "Welt am Sonntag". Am Preissystem der Airline habe sich nichts geändert. Er verglich das System der Lufthansa mit dem der Deutschen Bahn. Es richte sich nicht nach festen Tarifen, sondern reagiere flexibel auf steigende oder nachlassende Nachfrage. Dementsprechend könnten Tickets auch einmal teurer sein, gerade rund um das Wochenende, da es an diesen Tagen mehr Flugreisende gebe.

Höhere Preise seien Einzelfälle

Doch bei diesen Preisanstiegen handele es sich um Einzelfälle, betonte Hohmeister: "Für etwa 95 Prozent der Passagiere hat sich beim Preis nichts geändert." Bei der Lufthansa gibt es - je nach Buchungszeitpunkt und Auslastung - 26 verschiedene Preisklassen für ein Ticket.

Ende der Woche hatte das Bundeskartellamt angekündigt, die Beschwerden gegen die Lufthansa zu prüfen. "Wir haben die Deutsche Lufthansa gebeten, uns Informationen über ihre Preissetzung zur Verfügung zu stellen. Wir werden uns die Daten ansehen und dann darüber entscheiden, ob wir ein Verfahren einleiten", hieß es von Kartellamtschef Andreas Mund.

"Wir können dem Kartellamt alles zeigen", versicherte Hohmeister. Die Lufthansa habe "keine Geheimnisse, gute Argumente und nichts zu verbergen".

Air-Berlin-Insolvenz hinterlässt große Lücke im Flugverkehr

Nach dem Ausscheiden von Air Berlin fehlen jeden Tag Zehntausende Plätze im Flugverkehr. Derzeit stehen von einst 140 Air-Berlin-Jets rund 80 am Boden, deren Kapazität nicht kurzfristig ausgeglichen werden kann.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte vor Kurzem 1000 neue innerdeutsche Flügen pro Monat angekündigt, sobald die EU-Wettbewerbsbehörde grünes Licht gebe. Die Zustimmung aus Brüssel ist erforderlich für den geplanten Verkauf großer Teile der insolventen Air Berlin an die Lufthansa-Tochter Eurowings und den britischen Konkurrenten Easyjet. Eine erste Entscheidung in Brüssel könnte nach Einschätzung aus Branchenkreisen schon am 7. Dezember fallen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 24. November 2017 um 15:00 Uhr.

Darstellung: