Die Heckflosse eines startbereiten Lufthansa-Airbus A380 vor einer landenden Boeing 747-400 | Bildquelle: dpa

Tarifstreit bei Lufthansa Zurück im Flugmodus - aber wie lange?

Stand: 27.11.2016 14:35 Uhr

Streikpause bei der Lufthansa - aber wie lange? Auf jeden Fall bis Montag, versichert die Pilotengewerkschaft. 35 Flüge fielen heute dennoch aus - Spätfolgen von vier Tagen Streik. Der Konzern will mit seinen streikenden Piloten reden, die aber verlangen zunächst ein neues Lohnangebot.

Die Lufthansa-Piloten haben an diesem Sonntag erstmals seit Mittwoch nicht zum Streik aufgerufen. Trotzdem sind die Folgen des mehrtägigen Ausstands für Passagiere noch zu spüren. "Konkret heißt das, dass heute 35 Flüge betroffen sind", sagte ein Lufthansa-Sprecher in Frankfurt. Insgesamt habe es aber einen weitgehend normalen Flugbetrieb gegeben.

Lufthansa fliegt wieder weitgehend planmäßig
tagesschau 17:15 Uhr, 27.11.2016, Sebastian Kisters, HR

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Da die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) auch für Montag nicht zum Streik aufrufen will, dürfte der Betrieb in Kürze komplett normal laufen. Die Piloten wollen neue Aktionen mit einem Vorlauf von mindestens 24 Stunden ankündigen. Von einem Ende des Arbeitskampfes wollen die Piloten aber nichts wissen. Ob schon am Dienstag wieder gestreikt werde, sei offen, sagte Cockpit-Vorstandsmitglied Alexander Gerhard-Madjidi. Mit der Streikpause zumindest am Sonntag und Montag solle den Passagieren Gelegenheit gegeben werden, ihre Ziele zu erreichen.

"Wir müssen reden", appellierte Lufthansa-Personalchefin Bettina Volkens via "Bild am Sonntag" denn auch an die streikenden Piloten. Sie sollten ihre "unnachgiebige Haltung" aufgeben und sich an einer Kompromisslösung beteiligen. Cockpit spielte den Ball zurück: Wenn die Lufthansa zurück in den Verhandlungsmodus wolle, müsse sie ein neues Lohnangebot unterbreiten, sagte ein Gewerkschaftssprecher.

"Gesamtlösung" abgelehnt

Der Konzern hatte zuletzt am Freitag versucht, die Piloten mit einer "Gesamtlösung" zum Einlenken zu bewegen - es sah ein verbessertes Gehaltsangebot und im Gegenzug Verschlechterungen bei den Betriebsrenten vor. Dieses Angebot hatte der Konzern bereits vor zwei Monaten gemacht. Die Gewerkschaft lehnte es erneut ab. Cockpit stört vor allem, dass neben der Lohnerhöhung zugleich Einsparungen von den 5400 Piloten gefordert wurden. "Das ist das Prinzip rechte Tasche, linke Tasche", sagte der Sprecher. Falls man sich nicht wieder an den Verhandlungstisch setze, seien in den kommenden Tagen weitere Streiks möglich.

Die vergangenen Streiktage bei Deutschlands größter Fluglinie hatten insgesamt etwa 345.000 Passagiere betroffen. 2755 Flüge mussten gestrichen werden.

Die Piloten gehören mit durchschnittlichen jährlichen Gehältern von rund 140.000 Euro zu den Großverdienern im Konzern. Der Streit zwischen ihnen und der Geschäftsführung gärt seit Jahren. Die Gewerkschaft fordert für die Piloten rückwirkend ab 2012 jährlich 3,66 Prozent mehr Lohn - insgesamt ist das laut Unternehmen ein Plus von rund 20 Prozent.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 27. November 2016 um 17:15 Uhr.

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