Leerer Lufthansa-Schalter am Flughafen München

Streik bei der Lufthansa Ausstand, wie gehabt

Stand: 26.11.2016 10:28 Uhr

Vier Tage Pilotenstreik bei der Lufthansa - fast hat sich schon so etwas wie Routine eingestellt. Heute mussten 137 Flüge gestrichen werden, 30.000 Passagiere sind betroffen. Der Sonderflugplan läuft laut Lufthansa stabil.

Die Lufthansa rechnet am vierten Tag des Pilotenstreiks trotz Flugausfällen mit einem geordneten Ablauf an den Flughäfen. "Der Sonderflugplan wird stabil abgeflogen", sagte ein Unternehmenssprecher am Morgen. Wie bereits in den vergangenen Tagen können Tausende Passagiere nicht in ihr Flugzeug steigen, insgesamt fallen am Samstag 137 Flüge aus, darunter 88 Interkontinental-Verbindungen.

Lufthansa streicht 137 Verbindungen
tagesschau 17:00 Uhr, 26.11.2016, Stefan Jäger, HR

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Betroffen seien insgesamt rund 30.000 Passagiere, so dass sich die Gesamtzahlen für diese 14. Streikrunde der Piloten auf 2755 ausgefallene Flüge mit 345.000 betroffenen Kunden steigern.

Gleichwohl kann die Lufthansa-Gruppe heute 2863 von 3000 geplanten Flügen anbieten. Flüge der Billigtöchter Eurowings und Germanwings sowie der Konzerngesellschaften AUA, Swiss, Brussels und Air Dolomiti werden am Samstag erneut nicht bestreikt. Unklar ist, wann die Piloten erneut zum Ausstand aufrufen werden - denkbar ist bereits der Montag.

Neu aufgelegtes Angebot wird umgehend abgelehnt

Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Streiks hatten sich am Freitagabend zerschlagen. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit lehnte das jüngste Tarifangebot der Lufthansa ab und erklärte zur Begründung, die Inhalte des Angebots habe Lufthansa bereits vor zwei Monaten auf den Tisch gelegt. Die Lufthansa bestätigte das später. Lufthansa-Sprecher Martin Leutke sagte, man wiederhole dieses Angebot, obwohl sich die Welt der Luftfahrt dramatisch weiterentwickelt habe.

Das Angebot sah eine "Gesamtlösung" vor. Statt einer Lohnerhöhung von 2,5 Prozent bot der Konzern nun eine Anhebung um ingesamt 4,4 Prozent sowie eine Einmalzahlung von 1,8 Monatsgehältern vor.

Dies soll allerdings durch Einsparungen an anderer Stelle ausgeglichen werden - unter anderem bei der Betriebsrente. Die Piloten sollen sich künftig mit einer Zusage für die Beiträge zur Altersversorgung begnügen, für die spätere Rente will der Konzern nicht mehr einstehen.

Kein Streik am Sonntag

Die Piloten gehören mit durchschnittlichen jährlichen Gehältern von rund 140.000 Euro zu den Großverdienern im Konzern. Der Streit zwischen ihnen und Geschäftsführung gärt seit Jahren. Die Gewerkschaft fordert für die Piloten rückwirkend ab 2012 jährlich 3,66 Prozent mehr Lohn - insgesamt ist das laut Unternehmen ein Plus von rund 20 Prozent.

Der Cockpit-Sprecher kündigte an, dass es mit Rücksicht auf die Kunden zumindest am Sonntag keinen Streik der Piloten geben solle.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 26. November 2016 um 11:00 Uhr.

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