Absperrung an einem Lufthansa-Schalter | Bildquelle: dpa

Cockpit lehnt Angebot ab Lufthansa-Angebot überzeugt Piloten nicht

Stand: 25.11.2016 20:38 Uhr

Die gute Nachricht für die Kunden der Lufthansa: Zumindest am Sonntag streiken die Piloten nicht. Die schlechte: Im Tarifkonflikt ist weiter keine Lösung in Sicht. Die Pilotengewerkschaft Cockpit lehnte am Abend ein Angebot ab, das der Konzern kurz zuvor gemacht hatte.

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hat das jüngste Tarifangebot der Lufthansa abgelehnt. Cockpit-Sprecher Jörg Handwerg sagte in der tagesschau, es handele sich um "alten Wein in neuen Schläuchen". Die Inhalte des Angebots habe Lufthansa bereits vor zwei Monaten auf den Tisch gelegt, in Wahrheit gehe es nicht um ein neues Angebot.

Die Lufthansa hatte zuvor versucht, ihre streikenden Piloten mit einer "Gesamtlösung" zum Einlenken zu bewegen. Dabei erhöhte sie ihr Gehaltsangebot: Statt einer Lohnerhöhung von 2,5 Prozent stellt der Konzern nun eine Anhebung um 4,4 Prozent sowie eine Einmalzahlung in Aussicht. Dies soll allerdings durch Einsparungen an anderer Stelle ausgeglichen werden. Konkret sah das Angebot eine Einmalzahlung von 1,8 Monatsgehältern vor. Außerdem sollten die Löhne noch dieses Jahr um 2,4 Prozent und nächstes Jahr um weitere 2,0 Prozent steigen.

Dieses Angebot hatte die Lufthansa bereits im September gemacht. Lufthansa-Sprecher Martin Leutke sagte, man wiederhole dieses Angebot, obwohl sich die Welt der Luftfahrt dramatisch weiterentwickelt habe.

Konzern fordert Entgegenkommen bei Betriebsrente

In dem seit Jahren schwelenden Tarifkonflikt mit den Piloten war zuletzt nur noch über die Vergütungstarifverträge verhandelt worden. Im Rahmen der "Gesamtlösung", die die Lufthansa nun anbietet, könnten die Piloten eine "stärkere Vergütungserhöhung" bekommen als bislang anvisiert, erklärte Lufthansa-Personalvorstand Bettina Volkens. Ermöglicht würde dies, "weil wir an anderer Stelle - beispielsweise im Zuge einer modernisierten Altersversorgung - zu Einsparungen kämen". Die Piloten sollen sich künftig mit einer Zusage für die Beiträge zur Altersversorgung begnügen, für die spätere Rente will der Konzern nicht mehr einstehen.

Kein Streik am Sonntag

Die Piloten gehören mit durchschnittlichen jährlichen Gehältern von rund 140.000 Euro zu den Großverdienern im Konzern. Der Streit zwischen ihnen und Geschäftsführung gärt seit Jahren. Die Gewerkschaft fordert für die Piloten rückwirkend ab 2012 jährlich 3,66 Prozent mehr Lohn - insgesamt ist das laut Unternehmen ein Plus von rund 20 Prozent.

Der Cockpit-Sprecher kündigte an, dass es mit Rücksicht auf die Kunden zumindest am Sonntag keinen Streik der Piloten geben solle. Es bleibt aber dabei, dass am Samstag als viertem Streiktag erneut 137 Flüge ausfallen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 25. November 2016 um 20:00 Uhr.

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