Pilotenmütze vor dem Lufthansa-Logo | Bildquelle: dpa

Lufthansa macht Piloten Angebot Beenden 4,4 Prozent den Streik?

Stand: 25.11.2016 18:59 Uhr

Binnen vier Tagen musste die Lufthansa wegen des Streiks fast 2800 Flüge streichen. Nun hat der Konzern den Piloten ein neues Angebot gemacht. Es sieht unter anderem 4,4 Prozent mehr Geld vor. Im Gegenzug will die Lufthansa aber an anderer Stelle sparen.

Die Lufthansa will ihre streikenden Piloten mit einer "Gesamtlösung" zum Einlenken bewegen. Dabei erhöhte sie ihr Gehaltsangebot: Statt einer Lohnerhöhung von 2,5 Prozent stellt der Konzern nun eine Anhebung um 4,4 Prozent sowie eine Einmalzahlung in Aussicht. Dies soll allerdings durch Einsparungen an anderer Stelle ausgeglichen werden.

Konkret sollen die Piloten eine Einmalzahlung von 1,8 Monatsgehältern bekommen. Außerdem sollen die Löhne noch dieses Jahr um 2,4 Prozent und nächstes Jahr um weitere 2,0 Prozent steigen. Die neuen Vergütungstarifverträge sollen von Mai 2012 bis Mitte 2018 gelten.

Konzern fordert Entgegenkommen bei Betriebsrente

In dem seit Jahren schwelenden Tarifkonflikt mit den Piloten war zuletzt nur noch über die Vergütungstarifverträge verhandelt worden. Im Rahmen der "Gesamtlösung", die die Lufthansa nun anbietet, könnten die Piloten eine "stärkere Vergütungserhöhung" bekommen als bislang anvisiert, erklärte Lufthansa-Personalvorstand Bettina Volkens. Ermöglicht würde dies, "weil wir an anderer Stelle - beispielsweise im Zuge einer modernisierten Altersversorgung - zu Einsparungen kämen". Die Piloten sollen sich künftig mit einer Zusage für die Beiträge zur Altersversorgung begnügen, für die spätere Rente will der Konzern nicht mehr einstehen.

Alter für Vorruhestand soll angehoben werden

Zu den Themen, die Lufthansa im Rahmen der "Gesamtlösung" angehen will, gehört auch die umstrittene Übergangsversorgung. Bisher können die Lufthansa-Piloten mit 55 Jahren in einen bezahlten Vorruhestand gehen. Das Unternehmen wollte die Kosten dafür eigentlich nicht mehr tragen. Nun bietet die Fluggesellschaft an, das System "grundsätzlich" beizubehalten, das durchschnittliche Ausscheidealter aber bis 2018 auf 60 Jahre anzuheben.

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit teilte mit, man werde das Angebot prüfen und sich noch heute dazu äußern. Lufthansa-Managerin Volkens sagte, Verhandlungen könne man noch an diesem Wochenende aufnehmen.

Die Piloten gehören mit durchschnittlichen jährlichen Gehältern von rund 140.000 Euro zu den Großverdienern im Konzern. Der Streit zwischen ihnen und Geschäftsführung gärt seit Jahren. Die Gewerkschaft fordert für die Piloten rückwirkend ab 2012 jährlich 3,66 Prozent mehr Lohn - insgesamt ist das laut Unternehmen ein Plus von rund 20 Prozent.

137 Flüge am Samstag abgesagt

Wegen des Streiks der Piloten musste die Airline von Mittwoch bis Samstag fast 2800 Flüge streichen, mehr als 345.000 Passagiere sind betroffen. Der wirtschaftliche Schaden geht in die Millionen. Für morgen hat die Lufthansa bereits 137 Flüge abgesagt, darunter 88 Interkontinental-Verbindungen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 25. November 2016 um 17:30 Uhr.

Darstellung: