Lufthansa | Bildquelle: REUTERS

Ankündigung von Cockpit Lufthansa-Piloten sollen Mittwoch streiken

Stand: 22.11.2016 03:41 Uhr

Angedroht war er schon, jetzt steht auch der Termin: Am Mittwoch sollen die Lufthansa-Piloten ganztägig streiken. Nach Angaben der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit sind Lang- und Kurzstreckenverbindungen aus Deutschland betroffen. Auch für Eurowings gibt es einen Streikaufruf.

Die Lufthansa-Piloten sollen am Mittwoch ganztägig streiken. Das teilte die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) mit. Betroffen seien Lang- und Kurzstreckenverbindungen, die in Deutschland zwischen 0.00 Uhr und 23.59 Uhr starten sollten. Die Fluggesellschaft betonte, dass Flüge, die von Lufthansa CityLine, Germanwings, Eurowings, Air Dolomiti, Austrian Airlines, SWISS und Brussels Airlines durchgeführt werden, von den Streiks nicht betroffen seien und normal verkehren sollen.

Beim neuerlichen Ausstand der Lufthansa-Piloten handelt sich um den 14. Streik in der laufenden Tarifauseinandersetzung. Dieses Mal geht es ausschließlich um die Tarifgehälter von etwa 5400 Piloten der Lufthansa, der Lufthansa Cargo und der Tochtergesellschaft Germanwings. 

Die Piloten verlangen Tariferhöhungen von 22 Prozent über einen Zeitraum von fünf Jahren. Das entspreche einer jährlichen Steigerung von rund 3,66 Prozent. Die Lufthansa bietet 2,5 Prozent über eine Laufzeit von gut sechs Jahren.

"Lufthansa hat sehr gute Zahlen"

"Die Lufthansa weist seit Jahren sehr gute Zahlen aus. Nach dem Rekordergebnis im vergangenen Geschäftsjahr steuert der Konzern in 2016 erneut auf ein hervorragendes Ergebnis zu", erklärte VC-Vorstand Jörg Handwerg. "Dass der Konzernvorstand und der Aufsichtsrat dies genauso sehen, lässt sich an der Grundgehaltserhöhung des Vorstandes von bis zu 30 Prozent und der noch stärkeren Erhöhung der Aufsichtsratsbezüge in den vergangenen Jahren ablesen."

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hatte am vorigen Mittwoch erneut den Vorschlag des Unternehmens abgelehnt, in eine Schlichtung zu den offenen Gehaltsverhandlungen einzusteigen. Grund sei das viel zu niedrige Gehaltsangebot, das man als Grundlage einer Schlichtung nicht akzeptieren könne, hatte VC-Sprecher Markus Wahl der Deutschen Presse-Agentur gesagt.

Altersversorgung und Frührente bestimmend

Der Arbeitskampf hatte im April 2014 begonnen. Den letzten Ausstand vor 14 Monaten stoppte ein Gericht. Die Fronten sind nach den Arbeitsniederlegungen und unzähligen Gesprächrunden verhärtet. Den Piloten geht es neben der Bezahlung auch um die Altersversorgung und die betriebsinterne Frührente. Im Sommer hatte Cockpit in inoffiziellen Tarifgesprächen versucht, auch für die Flugzeugführer der Billigtochter Eurowings Verbesserungen zu erreichen. Die Lufthansa lehnt dies ab.

Hinter den Kulissen tobt noch ein weiterer Konflikt um Eurowings. Die Piloten sehen durch den Ausbau der Billiglinie langfristig ihre Jobs gefährdet, weshalb sie das Wachstum begrenzen wollen. Die Lufthansa hingegen in der Expansion eine strategische Weichenstellung, die nicht mit den Arbeitnehmern abgesprochen werden muss.

Auch die Gewerkschaft ver.di rief zu einem Streik auf. Die Kabinenbeschäftigten von Eurowings sollen heute in Hamburg und Düsseldorf die Arbeit niederlegen. Das teilte der Bundesvorstand mit. An beiden Standorten sollen die Beschäftigten von fünf Uhr morgens bis 20 Uhr streiken.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. November 2016 um 20:00 Uhr.

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