Verbesserter Riesenflieger Airbus kämpft um den A380

Stand: 19.06.2017 11:24 Uhr

Der Flugzeughersteller versucht, seinen Riesenraumer A380 vor dem Aus zu retten. Weniger Spritverbrauch, mehr Sitzplätze, lautet die Devise. Doch weiterhin soll die Produktion drastisch gesenkt werden.

Grundlegende Neuerungen oder nur kosmetische Veränderungen? Darüber werden wohl in den kommenden Jahren die Kunden des Riesenfliegers entscheiden. Pünktlich zur Luftfahrt-Leistungsschau im französischen Le Bourget hat Airbus angekündigt, den Airbus A380 fitter für den Einsatz und attraktiver für die Airlines zu machen.

Hoch den Flügel!

So erhält der "A380 plus" so genannte Winglets, abgeknickte Flügelenden, die den Treibstoff-Verbrauch um vier Prozent senken sollen. Winglets sind bereits bei vielen Maschinen, die auf geringen Treibstoff-Verbrauch getrimmt sind, im Einsatz. Die Kabine des Flugzeugs soll aufgeräumt werden, so dass der Airbus bis zu 600 Passagiere bei üblicher Klasseneinteilung fassen können soll.

Ob die Initiativen in die richtige Richtung gehen, wird sich wohl bald bei Neubestellungen für den Super-Vogel zeigen. Derzeit setzen Airlines - zum Bedauern von Airbus - vermehrt mittelgroße Jets für ihre Strecken ein, die auch auf weniger stark frequentierten Strecken rentabel sind, sie können dort schlicht besser ausgelastet werden. Auf der Langstrecke, für die der A380 eigentlich gedacht ist, ist der "Dreamliner" 787 von Boeing oft die erste Wahl für die Luftfahrt-Gesellschaften. Auch der A350, ein zweistrahliges Langstreckenflugzeug, ist stärker gefragt.

Nachfrage schleppend, Entwicklungskosten hoch

Den großen Wurf, einen A380 neo, der mit spritsparenderen Triebwerken ausgestattet ist, fordert zwar die Kundschaft, allen voran die arabische Airline Emirates, die insgesamt 142 A380 bestellt hat. Doch dies hat Airbus bislang abgelehnt. Die derzeitige Nachfrage reiche nicht aus, so der Kommentar aus dem Management. Damit könnte Airbus auf eine Zwickmühle zwischen zu hohen Verbrauchskosten und zu geringem Interesse auf Kundenseite zusteuern.

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Vorsorglich hat der Konzern trotz der geplanten Verbesserungen an der Maschine an der Senkung der Produktionszahlen festgehalten. Im vergangenen Jahr wurden noch 28 Maschinen fertiggestellt, im kommenden Jahr sollen es nur noch zwölf Stück sein. In die Bresche soll der neue A350 springen, ein zweistrahliges Langstreckenflugzeug, das in Konkurrenz zum Dreamliner treten soll.

Kampf um den Spritspar-König

Boeing seinerseits hat in Le Bourget einen weiteren Wurf angekündigt: Der Mittelstreckenjet 737 soll um eine noch längere Version ergänzt werden. Das Flugzeug mit dem Namen 737-MAX-10, das mit dem A321 neo von Airbus konkurriert, soll dank eines verlängerten Rumpfs bis zu 230 Passagiere fassen. Die Initiative scheint in die richtige Richtung zu gehen: Nach eigenen Angaben hat Boeing bereits Bestellungen und Kaufabsichten für mehr als 240 Exemplare des Jets eingesammelt - von mehr als zehn Interessenten.

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Die Airbus-Aktie schafft am Montag zum Start der Messe in Le Bourget immerhin ein Plus von 2,3 Prozent in einem günstigen Marktumfeld. Die Hoffnung auf neue Aufträge sorgt auch beim Kurs für Auftrieb.

AB

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