Zur Haupt-Navigation der ARD.
Zum Inhalt.

20.11.2009

ARD-Logo

Suche in tagesschau.de

Hauptnavigation
Multimedia
Inhalt
Wirtschaft
Nahost-Fluglinien gewinnen massiv Marktanteile
Luftverkehr in Nahost wächst kräftig

Die Wüstenparty geht weiter

Die Wirtschaftskrise hat den Aufschwung des Flugverkehrs im Nahen Osten nur gebremst. Die Region verdoppelte seit 2001 ihren Anteil am Weltmarkt. Vier wachsende Drehkreuze machen Europa Konkurrenz. Trotz Verlusten setzen die Nahost-Fluglinien aggressiv auf Wachstum.

Von Carsten Kühntopp, ARD-Hörfunkstudio Amman, zzt. Dubai

Flugzeugmesse in Dubai (Foto: picture-alliance/ dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Trotz der Luftfahrtkrise wird bei der Air Show in Dubai wohl Zuversicht dominieren. ]
Es ist, als läge der Nahe Osten auf einem anderen Planeten: Bereits seit sechs oder sieben Jahren entwickelt sich das Geschäft der Airlines hier anders als im Rest der Welt. Jedes Jahr gibt es Wachstumsraten zwischen zwölf und 18 Prozent. "Der Anteil des Nahen Ostens am internationalen Flugverkehr ist von fünf Prozent im Jahr 2001 auf zehn Prozent letztes Jahr gestiegen - er hat sich also verdoppelt", sagt Majdi Sabri von der Internationalen Flugtransport-Vereinigung IATA.

Doch seit der Finanzkrise im September 2008 ist die Party vorbei - oder besser: Sie ist weniger ausgelassen. Nun sind die Wachstumsraten nur noch einstellig. Für dieses Jahr wird mit einem Anstieg der Passagierzahlen um etwa neun Prozent gerechnet. Das ist gerade einmal die Hälfte des Traumzuwachses von 2007.

500 Millionen Dollar Verluste

Trotzdem werden die Fluggesellschaften des Nahen Ostens dieses Jahr Geld verlieren, etwa 500 Millionen US-Dollar. Das ist herb, aber nur ein halb so hoher Verlust, wie der, den man voriges Jahr machte. "Was die Airlines in dieser Region hart getroffen hat, ist der Rückgang beim Ertrag, bei den Preisen für die Flugtickets", sagt Sabri. "Die Gesellschaften am Golf haben da überreagiert und ihre Ticketpreise deutlich gesenkt. Damit sank ihre Produktivität, und der sinkende Ertrag führte zu Verlusten."

Airbus A380 der Fluggesellschaft Emirates (Foto: picture-alliance/ dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Emirates nimmt die bestellten 58 Airbus A380 planmäßig entgegen. ]
Und dennoch: Gerade die Fluggesellschaften am Persischen Golf setzen ihren aggressiven Wachstumskurs fort. So nimmt Emirates in Dubai alle bestellten Flugzeuge wie geplant entgegen. Allein vom Super-Airbus A380 hat Emirates 58 Maschinen geordert. Gleiches gilt Sabri zufolge für Etihad aus Abu Dhabi und Qatar Airways. "Sie weiten ihr Streckennetz weiter aus. Etihad fliegt dieses Jahr sechs neue Destinationen an, Qatar Airways sieben. Alle Flugzeuge, die sie bestellt haben, nehmen sie 'on-time' ab."

Vier Drehkreuze am Golf

Am Golf werden derzeit nicht weniger als vier Standorte zu großen Drehkreuzen ausgebaut: Dubai, Abu Dhabi, Doha und Manama. Dafür geben die Regierungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar und Bahrain etwa 60 Milliarden US-Dollar aus. Die Luftkreuze am Golf liegen günstig - zwischen Nord und Süd, Ost und West.

"Was geholfen hat, diese Region zu einem Umschlagplatz zwischen Europa und Fernost zu machen, ist die Tatsache, dass die europäischen Flughäfen überfüllt sind", erläutert Sabri. "Zu wachsen ist für sie ganz schwierig. Ein neues Terminal oder eine neue Start- und Landebahn zu bauen, dauert Jahre, wegen der Öko-Bewegungen und weil man die Anlieger davon überzeugen muss." Dies habe das Wachstum der europäischen Flughäfen behindert. Dadurch hätten sich am Golf die Chancen ergeben, zu einem alternativen Transit-Drehkreuz zu werden.

Stimmung wird besser

Maschine der Fluggesellschaft Etihad bei der Landung (Foto: picture-alliance/ dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Etihad weitet sein Streckennetz aus. ]
Die "Dubai Airshow" ist die größte Luftfahrtmesse der Region. Bei der vergangenen Airshow vor zwei Jahren waren die Nahost-Airlines im Kaufrausch. Das dürfte diesmal anders sein. Dennoch glaubt Sabri, dass sich die Stimmung in der Branche ins Gute dreht. "Wenn die Airshow letztes Jahr gewesen wäre, hätte ich Ihnen gesagt, dass die Lage düster und unsicher ist", sagt er.

Doch inzwischen nehme der Frachtverkehr wieder zu und die Passagierzahlen stiegen - vor allem am Golf. "Plus neun Prozent - im Weltvergleich ist das ziemlich gut", sagt Sabri. "Deshalb glaube ich, dass die Stimmung auf der Messe optimistisch sein wird." Und das, obwohl man auch dieses Jahr noch einmal ziemlich viel Geld verlieren wird.

Stand: 14.11.2009 22:47 Uhr
 

© tagesschau.de

tagesschau.de ist für den Inhalt externer Links nicht verantwortlich.

Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW