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21.11.2009

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Wirtschaft
Großes Lohngefälle zwischen Frauen und Männern
Studie zur Lohnentwicklung

Frauen verdienen ein Viertel weniger als Männer

Euroscheine und Münzen (Foto: picture-alliance/ dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit bleibt in Deutschland ein fernes Ziel. ]
Die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern sind in Deutschland größer als in den meisten anderen europäischen Staaten. 2006 verdienten vollzeitangestelle Arbeitnehmerinnen in den alten Bundesländern durchschnittlich 24 Prozent weniger als Männer. Dies geht aus einer Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und der Universität Konstanz hervor. Damit nahm das Gefälle weiter zu. Alle anderen EU-Staaten, die 1995 bereits große Unterschiede zwischen den Verdiensten von Männern und Frauen verzeichneten, konnten diese Schere zumindest zum Teil schließen.

Während im EU-Durchschnitt das Gefälle der Stundenlöhne von Männern und Frauen zwischen 1996 und 2006 von 17 auf 15 Prozent gesunken sei, habe es in Deutschland von 21 auf 22 Prozent zugenommen, sagte IAB-Forscher Hermann Gartner. Zypern liege mit 24 Prozent noch hinter Deutschland.

Kindererziehung als wichtiger Faktor

Als Gründe für das schlechte Abschneiden der Bundesrepublik nannten die Forscher vor allem den wachsenden Niedriglohnsektor. Frauen arbeiteten überdurchschnittlich häufig zu Niedriglöhnen, was sich deutlich auf die Statistik auswirkt. Ein Teil des Unterschieds sei zudem durch die größere Zahl von Überstunden bei Männern und deren häufigeren Aufstieg in Führungspositionen zu erklären. Entscheidend seien aber die Unterbrechungen der Erwerbstätigkeit durch die Erziehung von Kindern sowie die Phasen der Teilzeitbeschäftigung.

Auch innerhalb desselben Berufs errechnete das IAB einen Lohnunterschied von 21 Prozent. Selbst bei gleicher Ausbildung, gleichem Beruf und gleichem Alter verdienten Frauen im Schnitt zwölf Prozent weniger als die männlichen Kollegen im selben Betrieb.

Von der Leyen setzt auf neues Computerprogramm

Familienministerin Ursula von der Leyen (Foto: AFP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Familienministerin Ursula von der Leyen setzt auf ein Computerprogramm im Kampf gegen Lohnunterschiede. ]
Bundesfrauenministerin Ursula von der Leyen kündigte an, mit einem Computerprogramm gegen das Einkommensgefälle vorgehen zu wollen. Das Programm mit dem Namen Logib solle die oft unbemerkten Lohnunterschiede in Firmen erkennbar machen, sagte sie in Berlin. Es gebe Beispiele, bei denen eine Krankenschwester 100 Euro weniger als ein Krankenpfleger verdiene, sagte von der Leyen. Das sei nicht hinnehmbar. Mit Logib sollten Firmen ihre Löhne überprüfen und eine verlässliche Datenbasis für die Bezahlung von Mitarbeitern bekommen. "Gleichbehandlung ist ein Wettbewerbsfaktor", sagte die Ministerin.

Stand: 19.03.2009 12:29 Uhr
 

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