Großraumbüro | Bildquelle: picture alliance / dpa

Frauen und Männer Lohnlücke wird nicht kleiner

Stand: 15.03.2018 10:29 Uhr

Frauen erhalten weniger Lohn als Männer. Die Gehaltslücke zwischen den Geschlechtern hat sich auch im vergangenen Jahr nicht verändert. Die Gründe dafür sind allerdings vielfältig.

Frauen verdienen im Schnitt nach wie vor gut ein Fünftel weniger als Männer. Das hat das Statistische Bundesamt errechnet. Während Männer im vergangenen Jahr auf einen durchschnittlichen Bruttostundenlohn von 21 Euro kamen, erhielten Frauen gerade einmal 16,59 Euro. Das sind 21 Prozent weniger. Damit war die Lücke genauso groß wie ein Jahr zuvor.

Deutliche Unterschiede gibt es auch nach wie vor zwischen Ost und West: Während der Verdienstunterschied im Westen bei 22 Prozent liegt, ist er in den ostdeutschen Ländern mit sieben Prozent deutlich niedriger.

Strukturelle Gründe?

Die Statistiker vermuten dahinter meist strukturelle Gründe: So würden in Berufen, die vornehmlich von Frauen ergriffen werden, oft auch geringere Gehälter gezahlt. Zudem arbeiteten Frauen häufiger als Männer in Teilzeit. Seltener finde man sie zudem in Führungspositionen. Hier könnten - so vermuten zumindest die Statistiker - auch Pausen zur Kindererziehung eine Rolle spielen.

Trotzdem: Arbeitnehmerinnen bekommen nach den jüngsten verfügbaren Zahlen (2014) auch bei vergleichbarer Qualifikation und Tätigkeit pro Stunde sechs Prozent weniger Lohn als ihre männlichen Kollegen. Diese Zahl wird nur alle vier Jahre genauer erhoben.

DGB fordert bessere Bezahlung

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) forderte eine bessere Bezahlung in frauendominierten Berufen. Die neue Bundesregierung müsse schnellstens Schritte für mehr Gleichstellung umsetzen, wie sie im Koalitionsvertrag geplant seien, sagte DGB-Vize Elke Hannack. Dazu zählen: das geplante Rückkehrrecht aus Teilzeit in Vollzeit und die angekündigten besseren Arbeitsbedingungen in der Alten- und Krankenpflege.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 15. März 2018 um 10:00 Uhr.

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