Antrag auf Gläubigerschutz TV-Hersteller Loewe droht die Pleite

Stand: 16.07.2013 10:44 Uhr

Der schwer angeschlagene Fernseherhersteller Loewe will mit einem Antrag auf Gläubigerschutz wieder auf die Beine kommen. Der Vorstand kündigte an, beim Amtsgericht Coburg einen Antrag auf Einleitung eines Schutzschirmverfahrens in Eigenverwaltung zu stellen.

Loewe-Fernseher werden zwar für ihre hohe Qualität gelobt. Allerdings sind sie auch deutlich teurer als Konkurrenzfabrikate aus Asien. Die Erlöse des Traditionsherstellers gehen darum seit Jahren zurück. Ausweislich der Ende März vorgelegten Zahlen lag der Umsatz zuletzt nur noch bei 250 Millionen Euro. Vor fünf Jahren waren es noch 374 Millionen Euro. Seit 2010 schreibt das Unternehmen durchgehend rote Zahlen. Im vergangenen Jahr lag das Minus bei 29 Millionen Euro.

TV-Hersteller Loewe droht Insolvenzverfahren
ARD-Morgenmagazin, 17.07.2013, M. Neupert, BR

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Infolge der Verluste hatte Loewe zuletzt bereits mitgeteilt, dass mehr als die Hälfte des Grundkapitals aufgezehrt sei. Für Ende Juli hatte das börsennotierte Unternehmen zudem eine Hauptversammlung einberufen. Der Aktienkurs war eingebrochen.

Vorstand bleibt im Amt

"Während der auf drei Monate befristeten Phase des 'Schutzschirms' ist Loewe vor Vollstreckungen und Zwangsmaßnahmen der Gläubiger geschützt und bleibt voll handlungsfähig", schreibt Loewe nun. Gemeinsam mit strategischen Partnern und Investoren wolle man sich "neu ausrichten". Der bestehende Vorstand bleibt im Amt.

Loewe beantragt Gläubigerschutz
S. Kossakowski, ARD Berlin
16.07.2013 12:45 Uhr

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Bei dem sogenannten Schutzschirmverfahren handelt es sich um ein in Deutschland neues Instrument. Im Unterschied zum klassischen Insolvenzverfahren schützt es nicht in erster Linie die Ansprüche der Gläubiger - sondern umgekehrt das Unternehmen vor dem Zugriff der Geldgeber.  

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 16. Juli 2013 um 14:30 Uhr.

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