Ein F-35-Jet kurz vor der Landung auf einer Luftwaffenbasis im US-Bundesstaat Utah (Archiv) | Bildquelle: AP

Kritik an Rüstungskonzern Lockheed Martin verspricht Trump neue Jobs

Stand: 14.01.2017 11:00 Uhr

Bei einem "tollen Treffen" im Trump Tower hat Lockheed-Martin-Chefin Hewson neue Arbeitsplätze in den USA versprochen. Der designierte US-Präsident hatte den Konzern scharf angegriffen, der das größte Rüstungsprojekt der US-Geschichte leitet.

Lockheed-Martin-Chefin Marillyn Hewson steht im Trump-Tower. | Bildquelle: AP
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Lockheed-Martin-Chefin Marillyn Hewson steht im Trump-Tower.

Der Rüstungskonzern Lockheed Martin hat dem künftigen US-Präsidenten Donald Trump die Schaffung von Tausenden neuen Stellen in den USA zugesagt. Das Unternehmen werde in Fort Worth im Bundesstaat Texas 1800 neue Arbeitsplätze schaffen, kündigte Konzernchefin Marillyn Hewson nach einem Treffen im New Yorker Trump Tower an. Beziehe man die Zulieferindustrie ein, gehe es um "abertausende" Jobs, so Hewson.

Trump hatte in seinen inzwischen berüchtigten Tweets große US-Unternehmen angegriffen, weil diese im Ausland Produkte fertigten, die in den USA verkauft würden. Mehrere Unternehmen versprachen inzwischen, auf Investitionen im Ausland zu verzichten und stattdessen Niederlassungen in den USA aufzubauen.

Kosten "außer Kontrolle"

Trump hatte Lockheed Martin im vergangenen Monat zudem wegen der "außer Kontrolle geratenen" Kosten des F-35-Programms attackiert. Nach seiner Amtseinführung am 20. Januar könnten Milliarden Dollar eingespart werden, twitterte er am 12. Dezember. Später deutete Trump an, mit dem Rivalen Boeing über Alternativen nachzudenken.

Donald J. Trump @realDonaldTrump
The F-35 program and cost is out of control. Billions of dollars can and will be saved on military (and other) purchases after January 20th.

Lockheed Martin verspricht Einsparungen

Nach dem Treffen in New York äußerte Lockheed-Martin-Chefin Hewson auch bei diesem Thema Kompromissbereitschaft. Sie versprach, bei dem Kampfflugzeug einen möglichst niedrigen Preis anzubieten. Sie habe Trump "einige Ideen" zur Kosteneindämmung vorgestellt, es sei "ein tolles Treffen" gewesen, so Hewson. Details zu diesen Ideen nannte sie allerdings nicht.

Das F-35-Programm ist das umfassendste und teuerste Rüstungsprogramm in der Geschichte des Landes. Die Kosten sind vor allem so hoch, weil das Kampfflugzeug sowohl von der Marine, der Luftwaffe als auch dem Marine Corps eingesetzt werden soll.

Lockheed Martin schloss mit der US-Regierung Verträge im Umfang von rund 379 Milliarden Dollar (rund 360 Milliarden Euro) für 2443 Flugzeuge ab. Zusammen mit den Betriebs- und Wartungskosten werden die Ausgaben für die veranschlagte Nutzungsdauer bis 2070 auf 1,5 Billionen Dollar beziffert. Sollte Lockheed Martin tatsächlich Einsparpotenzial bei der Produktion gefunden haben, könnte wegen der Größe des Programms eine stattliche Summe zustandekommen.

Die hohe Stückzahl sowie vereinheitlichte Wartung und Unterhalt sollten die Kosten eigentlich senken. Das Programm kämpft allerdings auch mit vielen technischen Problemen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 14. Januar 2017 um 11:15 Uhr.

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