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Lego-Firmengründung vor 80 Jahren
Die kleinen Steine, die die Welt eroberten
Es begann mit Bügelbrettern - und wurde ein Welterfolg: Vor 80 Jahren gründete der dänische Tischler Ole Kirk Christiansen mit seinem Sohn die Marke Lego. Heute besitzt statistisch gesehen jeder Mensch 80 der bunten Steine mit den charakteristischen Noppen. Und es werden immer mehr.
Von Tim Krohn, ARD-Hörfunkstudio Stockholm
Die liebsten Lego-Steine für Jungs sind immer noch Star-Wars-Figuren. Das sagt zumindest Johann, und er muss es wissen. Denn Johann ist acht und damit der passende Experte aus der heiß begehrten Zielgruppe der Dänen. Allein im vergangenen Jahr hat Lego seinen Umsatz in Deutschland wieder um satte 14 Prozent gesteigert.
"Ich habe zwei Kästen, ich glaube ungefähr hundert oder zweihundert", sagt Johann. So viele Legosteine hat fast jeder von uns. Denn rein statistisch betrachtet kommen auf jeden Menschen der Erde, egal wo er wohnt oder wie alt er ist, 80 Legosteine. Tendenz steigend.
"Mit Lego kann man alles bauen" - das, was dieser Werbespot aus den 70ern verspricht, leuchtete den deutschen Spielwarenhändlern der 50er-Jahre noch nicht so wirklich ein. Auf der Spielwarenmesse in Nürnberg gab es ein vernichtendes Urteil: Keiner wollte Lego haben. Aber das dänische Familienunternehmen blieb hartnäckig. Aufgeben, das gab es bei der Familie Christiansen nicht. Von Anfang an.
80 Jahre Lego - Vom Tischler zum drittgrößten Spielzeughersteller
T. Krohn, ARD Stockholm
09.08.2012 21:15 Uhr
Eine Holzente als erstes Spielzeug
Es war der 10. August 1932, da eröffnete der dänische Tischler Ole Kirk Christiansen eine kleine Werkstatt in Billund. Bügelbretter, Stühle: Was immer man braucht, Christiansen machte es fertig. Seine liebsten Stücke waren aber Spielzeuge aus Holz. Besonders die Holzente auf Rädern mit einer Schnur zum Ziehen. Die hatte es seinem jüngsten Sohn Godtfred angetan. Der Junge war damals 14 und half dem Papa beim Lackieren der Enten.
"Es war eine harte Zeit", erinnert sich Godtfred. "1932 begann mein Vater, Holzspielzeuge zu bauen und die Leute guckten auf ihn herab, weil er jetzt so verrückte Sachen herstellte. Ich kann mich noch daran erinnern, wie unser alter Gemeindevorsteher in die Werkstatt kam, seine Arme um Papas Schultern legte und sagte 'Christiansen, dafür bist du zu gut!'"
Ein Plastikstein mit Noppen
Godtfred, der Sohn, war der große Tüftler in der Familie. Er hatte auch die Idee mit dem Namen: "Leg godt" - etwas eingekürzt. Das heißt so viel wie "Spiel gut" auf Dänisch. Und mit der Holzente konnte man gut spielen. Es war der erste Erfolg für den sturen Vater und seinen einfallsreichen Sohn.
Die beiden gingen mit der Zeit. Gleich nach dem Krieg kauften sie eine dieser modernen Maschinen, mit der man Kunststoffgranulate zu Plastikteilen gießen konnte. Die Holzsachen landeten in der hinteren Ecke der Werkstatt. Denn der junge Godtfred experimentierte mit der neuen Maschine so lange herum, bis ein kleiner Plastikstein mit Noppen rauskam.
Godtfred Kirk Christiansen entwickelte in seiner Werkstatt nach den Noppen oben auch die nach unten gerichteten Röhren im Hohlraum der Bauklötze. Das war der Dreh. Erst so konnten sich beliebig viele Steine ganz stabil zusammensetzen. 1958 ließen die Christiansens ihren Stein patentieren und seitdem wird verkauft und verkauft und verkauft. Jedes Jahr kommen so etwa um die 15 Milliarden neue Bauelemente von Lego dazu.
Mal angenommen, Johann würde so eine Jahresproduktion an Steinen mal alle aneinanderstecken, dann könnte er damit gleich 16 mal die Erde umrunden.
Stand: 10.08.2012 00:18 Uhr
