Verschieden farbige Lego-Steine sind in Nahaufnahme fotografiert. Der Schriftzug "Lego" ist in der Mitte der Steine leicht zu erkennen.  | Bildquelle: dpa

Händler zu höheren Preisen gedrängt Lego muss Bußgeld zahlen

Stand: 12.01.2016 15:53 Uhr

Die Preise niedrig zu halten, ist für viele die einzige Möglichkeit, für Kunden interessant zu bleiben. Wenn Konzerne die Preise aber künstlich in die Höhe treiben, hilft nur noch das Bundeskartellamt.

Der Spielwarenhersteller Lego muss ein Bußgeld in Höhe von 130.000 Euro zahlen. Wie das Bundeskartellamt mitteilte, hatte das Unternehmen Händler dazu gedrängt, Artikel zu höheren Preisen anzubieten. Diese Preisanhebungen fanden vor allem bei besonders gefragten "Highlight-Artikeln" statt, sagte ein Sprecher des Amts.

Konzern drohte mit Lieferengpässen

Vertriebsmitarbeiter der Lego GmbH hätten in den Jahren 2012 und 2013 Druck auf Händler in Nord- und Ostdeutschland ausgeübt, die Preise anzuheben. Die 20 betroffenen Produkte und die vielen weiteren Händler wurden zudem in einer Liste festgehalten, um die einzelnen Preise zu kontrollieren.

Hätten Händler niedrigere Preise von ihren Kunden verlangt als in den Listen festgeschrieben, drohte der Konzern die Liefermengen zu verknappen oder gar nicht zu liefern.

Allgemeines Preisniveau nicht beeinflusst

Auch die Händler-Rabatte beim Einkauf der Produkte waren zum Teil an die Einhaltung der Listenpreise gekoppelt. Händler müssten vor allem bei der Festlegung ihrer Preise immer frei agieren können, sagte ein Sprecher des Kartellamts. Da die Lego-Mitarbeiter aber die Preise der Händler selbst festlegen wollten, hätten sie gegen das Kartellrecht verstoßen.

Lego geht nach eigenen Angaben davon aus, dass die Fälle keinen Einfluss auf das allgemeine Niveau der Endverkaufspreise in Deutschland gehabt hätten. Das Unternehmen habe bereits organisatorische und personelle Konsequenzen aus dem Vorfall gezogen.

Star Wars-Figuren aus Lego | Bildquelle: picture alliance / landov
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Vor allem sogenannte "Highlight-Artikel" waren von den Preisabstimmungen betroffen.

Interne Ermittlungen führten zum Erfolg

Der Konzern habe die Informationen durch eigene Ermittlungen ans Licht gebracht und während des Verfahrens mit dem Bundeskartellamt kooperiert, sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt. Das Unternehmen kündigte bereits an, keine Rechtsmittel gegen die Entscheidung einlegen zu wollen.

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