Christine Lagarde am 8. Oktober 2015 in Lima | Bildquelle: AFP

Verfahren gegen IWF-Chefin Lagarde soll vor Gericht

Stand: 17.12.2015 17:25 Uhr

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds, Lagarde, muss sich wegen einer Finanzaffäre in Frankreich vor Gericht verantworten. Sie legte Widerspruch ein. Lagarde war im August 2014 in dem Skandal um eine staatliche Entschädigungszahlung für den umstrittenen Geschäftsmann Tapie beschuldigt worden.

Sie ist die Chefin des Internationalen Währungsfonds IWF, sie war die Wirtschafts- und Finanzministerin von Frankreich - Christine Lagarde. Als Finanzministerin soll sie in der Affäre um eine staatliche Entschädigungszahlung von mehr als 400 Millionen Euro für den umstrittenen Geschäftsmann Bernard Tapie nachlässig gehandelt haben. Bereits im August 2014 war Lagarde angeklagt worden.

Die Staatsanwaltschaft hatte im September eine Einstellung des Verfahrens beantragt. Die Ermittlungskammer des Gerichtshofs der Republik folgte diesem Antrag aber nicht und ordnete einen Prozess gegen Lagarde an. Die IWF-Generaldirektorin will Rechtsmittel gegen diese Entscheidung einlegen. Der IWF drückte Lagarde sein "Vertrauen" aus. Aus Justizkreisen hieß es, der Prozess solle vor dem Gerichtshof der Republik in Paris stattfinden.

Bernard Tapie | Bildquelle: AFP
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Der Unternehmer Tapie hatte Schadenersatz gefordert.

Der Unternehmer Tapie hatte 1992 Adidas-Anteile verkauft. Nach Tapies Ansicht wurde er von dem heute nicht mehr bestehenden staatlichen Institut Credit Lyonnais dazu gebracht, die Anteile deutlich unter Wert abzugeben. Durch einen Schiedsspruch erhielt Tapie, ein Unterstützer des damaligen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy, 2008 mehr als 400 Millionen Euro - Zinsen mitgerechnet. An der Einigung war auch Lagarde als Wirtschafts- und Finanzministerin beteiligt. Anfang Dezember dieses Jahres wurde Tapie schließlich zur Rückzahlung der Summe verurteilt.

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