Prototyp des Self-driving vehicle von Google | Bildquelle: Google/dpa

LA Auto Show zur Zukunft des Autos Carsharing ohne Führerschein?

Stand: 18.11.2015 11:24 Uhr

Das Auto der Zukunft fährt ohne Fahrer - und redet mit anderen Autos, mit der Smartwatch oder mit der Werkstatt. Einen Führerschein brauchen künftige Insassen vielleicht gar nicht mehr. Einen Blick in diese Zukunft gab es auf der LA Auto Show.

Von Wolfgang Stuflesser, ARD-Hörfunkstudio Los Angeles

John Zimmer, Gründer des Taxikonkurrenten Lyft, formulierte seine Vision von der Zukunft des Autos bewusst provozierend: Nächsten Monat erwarte er die Geburt seiner Tochter, sagte er. Doch er werde ihr nicht, wie es in den USA fast schon Tradition ist, als Vater das Autofahren beibringen und ihr auch kein Auto zum 16. Geburtstag kaufen, wenn sie den Führerschein machen kann.

"Und das nicht aus Geiz", fügte er noch hinzu. Nein, sondern weil der Verkehrs- und Logistik-Fachmann erwartet, dass bis dahin fahrerlose Autos Standard sein werden. Dass Autos einen festen Besitzer haben, könnte dagegen ein Auslaufmodell sein: Schon heute haben in den USA weniger als 70 Prozent der 16- bis 24-Jährigen einen Führerschein, das ist der niedrigste Wert seit den 60er-Jahren. Sie stecken ihr Geld lieber ins nächste Smartphone und sehen das Sitzen hinterm Lenkrad als Zeitverschwendung - gerade in den Mega-Staus amerikanischer Großstädte.

Plakat zur Auto Show in Los Angeles | Bildquelle: Wolfgang Stuflesser/Thomas Form
galerie

Plakat zur Auto Show in Los Angeles - Thema: Das vernetzte Auto

Das Auto redet mit der Smartwatch, die Smartwatch mit der Heizung ...

Viele Hersteller in Los Angeles zeigen Produkte, die Schritte auf dem Weg in die vernetzte und automatisierte Zukunft sein könnten: Neue Ford-Modelle melden auf die Smartwatch des Besitzers, wie voll der Tank ist. Und ein kleines Kästchen im Auto verbindet sich mit dem Smartphone und meldet so auf der Heimfahrt von der Arbeit dem ebenfalls vernetzten Heizungsthermostat zu Hause, schon mal die Raumtemperatur zu erhöhen, schwärmt Dave Lavrinc von der Herstellerfirma "Automatic".

... Autos reden mit anderen Autos ...

Der ganz große Meilenstein aber, da sind sich die Branchenvertreter einig, wird das fahrerlose Auto sein. Google hat schon mehrere Modelle gezeigt, Apple arbeitet daran, und auch deutsche Hersteller wollen sich vom Silicon Valley nicht abhängen lassen. Inzwischen vernetzen sich die computergesteuerten Autos auch untereinander, so dass zum Beispiel, wenn ein Auto eine glatte Fahrbahn erkennt, das nachfolgende vorsorglich schon mal bremst.

Ein selbstfahrendes Auto von Google in Mountain View, Kalifornien. | Bildquelle: AFP
galerie

Google hat schon selbstfahrende Autos gezeigt.

... aber noch muss einer fahren

Thomas Form, Leiter der Forschungsabteilung Elektronik und Fahrzeug bei VW, warnt aber, dass im Moment keins der fahrerlosen Autos wirklich alltagsreif sei: "Google ist einfach ein Unternehmen, was einfach erst mal ausprobiert. Und sich nicht wie wir Deutschen auf alles Mögliche konzentriert und sagt: 'OK, lösen wir erst mal das.'" Etwa der Polizist, "der Sie über eine rote Ampel winkt oder sie auffordert, vor einer grünen Ampel stehen zu bleiben". So gebe es "viele kleine Hindernisse auf der Straße, die Sie als Mensch unterscheiden, wo Sie sagen: 'Da fahr’ ich drüber oder da muss ich ausweichen' - was ein automatisch fahrendes Fahrzeug nach meinem Gefühl heute noch nicht kann."

Es könnte also noch eine Weile dauern, aber dass das fahrerlose Auto kommt, daran gibt es bei den Fachleuten in Los Angeles keinen Zweifel.

LA Auto Show - Auto der Zukunft
Wolfgang Stuflesser, ARD Los Angeles
18.11.2015 11:01 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Darstellung: