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Die Lufthansa hat mehrere tausend kürzlich in Spanien eingesetzte "Miles&More"-Karten mit Kreditkartenfunktion ausgetauscht. "Es handelt sich um eine reine Präventivmaßnahme", erklärte eine Sprecherin des Konzerns. Den Kunden sei kein Schaden entstanden. Die Betroffenen hätten neue Mastercard-Kreditkarten mit neuen Kreditkartennummern erhalten.
Nach Angaben der Deutschen Kreditbank (DKB) sind "Unregelmäßigkeiten bei einem Zahlungsdienstleister in Spanien" der Grund für den derzeitigen massenhaften Austausch von Kreditkarten deutscher Bankkunden. Ihre Bank habe in den vergangenen Wochen sowohl vom Kreditkartenunternehmen Mastercard als auch vom Wettbewerber Visa Hinweise über Unregelmäßigkeiten bei Kreditkartenzahlungen in Spanien bekommen, sagte eine DKB-Sprecherin. Betrugsfälle lägen bislang aber noch nicht vor. Bei dem Zahlungsdienstleister in Spanien sollen Kreditkartendaten "abgegriffen worden" sein. Die DKB habe daher die Lufthansa-Kreditkarten von Mastercard ausgetauscht, aber auch Kreditkarten ihrer eigenen Kunden vom Anbieter Visa.
[Bildunterschrift: Immer mehr in Spanien eingesetzte Kreditkarten werden gesperrt und ausgetauscht. ]
Ein Mastercard-Sprecher machte keine Angaben zum entstandenen Schaden und zu möglichen Fall- und Austauschzahlen. Er wies aber darauf hin, dass das Schadensrisiko bei den Banken und nicht bei den Kunden liege.
Nach Information des SWR sollen nun alle Kreditkarten ausgetauscht werden, mit denen in den vergangenen drei Monaten in Spanien bezahlt wurde. Betroffen seien mehrere hunderttausend Bankkunden. Der Zentrale Kreditausschuss von Banken und Sparkassen teilte mit, Einzug und Ersatz der Karten seien "rein präventiv und dienen dazu, eventuellen Missbrauch der Daten auszuschließen". Befürchtet werde ein "Betrug mit gefälschten Überweisungen". Bislang seien dem ZKA noch keine Schadensfälle bekannt.
Das Bundeskriminalamt teilte gegenüber dem Hessischen Rundfunk mit, die Unternehmen hätten "offensichtlich richtig reagiert", da auf dem "polizeilichen Meldeweg kein erhöhtes Anzeigeaufkommen zu verzeichnen" sei. Auch dem BKA seien "bislang keine deutschen Geschädigten bekannt."
In der vergangenen Woche hatte Barclaycard seine betroffenen Kunden informiert. Sie bekämen innerhalb von sieben Tagen eine neue Kreditkarte. Die Kosten dafür, auch bei Kartenmissbrauch, trage Barclaycard, sagte eine Sprecherin. Eine ähnliche Rückrufaktion hatte es erst vor wenigen Wochen bei der KarstadtQuelle Bank gegeben. Dabei wurden Tausende Kunden aufgefordert, ihre Karten unverzüglich sperren zu lassen.
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