Ein Mercedes-Stern steht am Mercedes-Benz-Werk in Sindelfingen. | Bildquelle: dpa

Dieselskandal Neue Vorwürfe gegen Daimler

Stand: 10.06.2018 03:32 Uhr

Daimler ist möglicherweise ebenfalls tief in den Dieselskandal verstrickt: Laut "Bild am Sonntag" prüft das Kraftfahrtbundesamt den Verdacht, der Autobauer habe weitere Abschalteinrichtungen eingesetzt.

Daimler gerät im Dieselskandal einem Medienbericht zufolge weiter unter Druck: Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) habe inzwischen fünf "unzulässige Abschaltfunktionen" bei Daimler-Modellen entdeckt, berichte die "Bild am Sonntag" (BamS) vorab.

Die Behörde geht dem Verdacht nach, dass diese Software-Funktionen in einem Großteil der neueren Diesel-Flotte (Euro 6) zum Einsatz kämen und fast eine Million Fahrzeuge betroffen seien. Daimler wollte sich am Samstagabend nicht zu dem Bericht äußern.

Unerklärbare Software-Funktionen

"Kein Kommentar", sagte ein Sprecher. Daimler arbeite allerdings vollumfänglich und transparent mit dem KBA und dem Bundesverkehrsministerium zusammen. Der Sprecher bekräftigte zudem, Daimler widerspreche, wenn das KBA meine, es handele sich um eine unzulässige Abschalteinrichtung.

Die "BamS" schrieb, Daimler nutze wie andere Hersteller eine Harnstofflösung zur Abgas-Reinigung. Allerdings verschlechtere sich laut KBA der Wirkungsgrad ohne erklärbaren Grund, sobald der Motor nach dem Start 17,6 Gramm Stickoxide ausgestoßen habe. Bei einer anderen Software-Funktion wechsele die Motorsteuerung nach 1200 Sekunden - bei neueren Modellen 2000 Sekunden - in den schmutzigen Abgas-Modus.

Daimler-Chef Dieter Zetsche soll an diesem Montag erneut im Bundesverkehrsministerium vorsprechen und Klarheit über das Ausmaß des mutmaßlichen Dieselabgasskandals bei Mercedes schaffen. Anfang Juni hatte der "Spiegel" berichtet, Daimler drohe im Dieselskandal eine Milliarden-Strafe.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 10. Juni 2018 um 02:04 Uhr.

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