Stiftung blockiert Slim-Angebot für KPN-Übernahme

Stiftung blockiert Slim-Angebot

KPN-Übernahme vor dem Aus?

Das Logo der niederländischen Telekomfirma KPN auf der Zentrale in Den Haag, aufgenommen am 21. April 2011. (Bildquelle: dpa)
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Die KPN-Übernahme durch America Movil steht wieder auf der Kippe.

Der mexikanische Milliardär Carlos Slim erwägt angesichts des Widerstands der unabhängigen KPN-Stiftung den Rücktritt von seinem Übernahmeangebot für den niederländischen Telekomanbieter. Sollte die Stiftung bei ihrer Blockade bleiben, sei man darauf vorbereitet, das Angebot über 7,2 Milliarden Euro wieder vom Tisch zu nehmen, teilte der zu Slims Imperium gehörende Telekomkonzern America Movil mit.

Zuvor hatte die Stiftung mitgeteilt, alles in die Wege geleitet zu haben, um die Offerte von Slim für KPN zu blockieren. Durch die Ausübung von Optionen erhöhte sie ihre Stimmrechte auf fast 50 Prozent. Sie habe eingegriffen, um die Interessen von KPN und seiner Aktionäre zu schützen. Slim und sein Telefonkonzern America Movil hätten sich vor der Kaufofferte nicht mit KPN beraten, hieß es zur Begründung. America Movil und die KPN-Aktionäre können den Schritt allerdings vor Gericht anfechten.

Stiftung bremst Milliardär bei KPN-Übernahme aus
C. Grüneberg, SWR Brüssel
30.08.2013 14:10 Uhr

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Weiterhin an Kauf interessiert

Milliardär Carlos Slim in Mexiko-Stadt (Archivbild) (Bildquelle: picture alliance / dpa)
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Carlos Slim deutete an, er könne das Übernahmegebot auch wieder zurückziehen.

Angesichts der Gegenwehr ruderte Slim nun zurück. America Movil stehe zwar zu den Plänen, könne das Übernahmeangebot aber auch zurückziehen, erklärte der Konzern. Im Gegensatz zur Darstellung der Stiftung sei die Firma mit KPN im Austausch gewesen. Das nächste Treffen sei bereits angesetzt. Insgesamt sei America Movil weiterhin daran interessiert, den Kauf voranzutreiben. Slim hält fast 30 Prozent an KPN und hatte kürzlich angekündigt, die restlichen Anteile für 7,2 Milliarden Euro kaufen zu wollen.

Die Stiftung vertritt die Interessen der KPN-Besitzer, Mitarbeiter und Kunden. Sie hatte bereits vor einigen Tagen Bedenken angemeldet. Es bestehe Unsicherheit über die Absichten Slims, argumentierte sie. Insbesondere sei offen, wie der Konzern zu den KPN-Plänen stehe, die deutsche Mobilfunktochter E-Plus und damit das Kronjuwel des Unternehmens an O2 zu verkaufen.

Hin und Her beim E-Plus-Verkauf

Die Tochter des spanischen Telefonica -Konzerns will E-Plus für gut acht Milliarden Euro übernehmen und so in Deutschland zur Nummer Eins vor den bisherigen Marktführern Telekom und Vodafone aufsteigen. Slims America Movil hatte sich dem zunächst widersetzt. Zuletzt sah es allerdings so aus, als würde der mexikanische Konzern doch zustimmen.

Stand: 30.08.2013 11:24 Uhr

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