Logo des neuen Mobilfunkstandards 5G | Bildquelle: dpa

Telecom in Südkorea Nur einen Schritt von 5G entfernt

Stand: 12.07.2018 09:32 Uhr

Südkorea zählt zu den Vorreitern in der telemobilen Branche. Die Telecom des Landes strebt für 2019 den Sprung auf die nächste Ebene an: 5G. Der Firmenchef beschreibt seine Version dieser Zukunft.

Von Jürgen Hanefeld, ARD-Studio Tokio

Während es in Deutschland angeblich noch Flecken gibt, die ohne Internet auskommen - und man auf bestimmten Strecken in Funklöcher stolpert - glänzt Südkorea mit totaler Netzabdeckung. Nirgendwo auf der Welt fließen die Datenströme so schnell und billig. Und nirgendwo fühlt man sich der nächsten Stufe der technischen Entwicklung so nah: 5G

Das spiegelt auch ein Werbeclip der koreanischen Telecom wider, der verdeutlichen soll: In Korea ist die Zukunft schon angekommen - mit all ihren Möglichkeiten: Eine Videokonferenz aus dem Auto, Datensätze in Lichtgeschwindigkeit um die Welt schicken, der Oma zu zeigen, was gespielt wird - und das alles gleichzeitig.

Internet mit menschlicher Reaktionszeit

Der Clip lässt keinen Zweifel daran, wem die Zukunft gehört. KT, wie die Staatsfirma heißt, will an der Spitze der Entwicklung stehen, die man im Fachjargon 5G nennt. Gemeint ist die vierte Ausbaustufe der Telekommunikation, die alles und jeden verbinden soll. Also nicht nur ein paar Milliarden Menschen, sondern auch bis zu 500 Milliarden Chips und Sensoren.

In Zukunft soll das Internet eine Geschwindigkeit haben, die der schnellsten menschlichen Reaktionszeit von rund einer Millisekunde entspricht. Experten nennen es das "taktile Internet". Eine unglaubliche Datenmenge müsse bewältigt werden, sagt der Präsident von KT, Hwang Chang-gyu: "Denken Sie an die zahllosen Geräte, die das Netz beanspruchen und zur selben Zeit Zugang verlangen: Mobiltelefone, Tablets, Sensoren..."

Das Auto als Büro

Südkorea hatte schon immer die Nase vorn beim Ausbau seiner Mobilfunknetze. Nun sollen Geschwindigkeit, Verbindungsmöglichkeiten, Kapazitäten und technische Intelligenz so kombiniert werden, dass nichts weniger als eine "schöne neue Welt" entsteht, wie es Hwang Chang-gyu beschreibt:

"In Zukunft brauchen wir keinen Führerschein mehr, und Autos werden zum mobilen Büro. Das selbstfahrende Auto verarbeitet ein Gigabite pro Sekunde, wenn es seine Umgebung abtastet. Aber das betrifft nur ein Auto. Es wird Milliarden von Autos geben, die verbunden werden müssen."

Zu den Autos kommen etwa noch Industrieroboter, Transportlogistik, Schiffs- und Flugverkehr. All dies erfordert blitzschnelle, dezentrale Datenströme.

Der Präsident der koreanischen Telecom Hwang Chang-gyu. | Bildquelle: YONHAP/EPA-EFE/REX/Shutterstock
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Der Präsident der koreanischen Telecom Hwang Chang-gyu träumt mithilfe von 5G von einer "schönen neuen Welt".

Olympische Winterspiele als Testlauf

KT ist eine von drei großen Firmen im Land, die sich berufen fühlen, aus dem Telefon eine Technologie zu entwickeln, die - wie es Hwang Chang-gyu in seinem hemmungslosen Optimismus formuliert - die Menschen verändert. Und zwar schon ab dem kommenden Jahr. Nach den Testläufen bei den Olympischen Winterspielen im Februar glaubt man, genügend Erfahrung für die Markteinführung gesammelt zu haben.

Über Datenschutz und andere Rechtsfragen spricht Hwang Chang-gyu hingegen nicht, die seien ja sowieso von Land zu Land unterschiedlich.

5G - In Korea hat die Zukunft schon begonnen
Jürgen Hanefeld, ARD Tokio
12.07.2018 08:20 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. Juli 2018 um 05:47 Uhr.

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