Stahlkocher bei Thyssenkrupp | Bildquelle: dpa

Konjunkturprognose Wirtschaftsweise warnen vor Überhitzung

Stand: 08.11.2017 00:44 Uhr

Mitten in den Jamaika-Sondierungsgesprächen haben die Top-Berater der Bundesregierung ihre Konjunkturprognose korrigiert. Die Wirtschaftsweisen rechnen nun für 2017 mit einem Wachstum von 2,0 Prozent. Sie warnen vor einer Überhitzung der Konjunktur.

Die Wirtschaftsweisen haben die Prognosen für das Wirtschaftswachstum in Deutschland im laufenden und im kommenden Jahr deutlich nach oben revidiert. Wie mehrere Medien übereinstimmend berichteten, erwarten die Experten für das Jahr 2017 jetzt ein Wachstum von 2,0 Prozent. Im Frühjahr hatten sie noch 1,4 Prozent vorhergesagt.

Für das nächste Jahr werde die Prognose von bisher 1,6 Prozent auf 2,2 Prozent angehoben. Die Ökonomen warnen angesichts dieser Entwicklung vor einer Überhitzung der Konjunktur. Die deutsche Wirtschaft befinde sich in einer Überauslastung, zitierte das "Handelsblatt" vorab aus dem Bericht.

Kundin mit mehreren Einkaufstüten | Bildquelle: dpa
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Der Sachverständigenrat plädiert für Steuer- und Abgabenentlastungen. So sollte den Bürgern mit einer Reform der Einkommensteuer Mehreinnahmen aus der kalten Progression zurückgegeben werden.

Ratschläge für Union, FDP und Grüne

Am Vormittag will der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung - besser bekannt als die fünf Wirtschaftsweisen - sein Jahresgutachten an Kanzlerin Angela Merkel übergeben.

Die Ökonomen dürften die Gelegenheit nutzen, um Union, FDP und Grünen mitten in den Jamaika-Sondierungen Ratschläge zu geben, wie die Wirtschafts- und Finanzpolitik in den kommenden vier Jahren aussehen sollte.

Der Sachverständigenrat plädiert laut "Handelsblatt" unter anderem für Steuer- und Abgabenentlastungen. So sollte den Bürgern mit einer Reform der Einkommensteuer Mehreinnahmen aus der kalten Progression zurückgegeben werden. Dies müsse mit einer "allmählichen Abschaffung des Solidaritätszuschlags abgestimmt werden, so dass der finanzpolitische Spielraum nicht überschritten wird". Außerdem sollte der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung von heute drei auf 2,5 Prozent gesenkt werden.

Die künftige Bundesregierung wird Prognosen zufolge einen finanziellen Spielraum für Steuersenkungen und andere Ausgaben von um die 30 Milliarden Euro haben. Ganz genau wissen das die Politiker am Donnerstag - dann werden die Ergebnisse der diesjährigen Steuerschätzung bekanntgegeben.

Tom Schneider, ARD Berlin, zum Herbstgutachten der Wirtschaftsweisen
tagesschau 12:00 Uhr, 08.11.2017

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 07. November 2017 um 22:15 Uhr.

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