Braunkohlebagger fördern im Tagebau Garzweiler Kohle. | Bildquelle: dpa

Aufruf an neue Regierung Konzerne fordern Kohleausstieg

Stand: 07.11.2017 13:22 Uhr

In einer gemeinsamen Erklärung hat ein Bündnis aus Konzernen und Verbänden die neue Bundesregierung zu mehr Engagement für das Klima aufgefordert. Firmen wie die Bahn, die Telekom oder Aldi Süd rufen dazu auf, den Kohleausstieg voranzutreiben.

Ein Bündnis aus deutschen Konzernen und Umweltverbänden fordert von einer neuen Bundesregierung einen Ausstieg aus der Kohleenergie. In einem Positionspapier spricht sich das Bündnis für "eine schrittweise Verringerung der treibhausgasintensiven Kraftwerkskapazitäten unter Berücksichtigung der Versorgungssicherheit und der Klimaziele" aus.

"Eine Vorreiterrolle beim Klimaschutz ist eine große Chance für die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft", heißt es in einem Papier von rund 40 Unternehmen wie Deutsche Bahn, Deutsche Telekom, Aldi, Adidas, Siemens, EnBW und den Ökoverbänden Germanwatch, B.A.U.M. und der "Stiftung 2 Grad". Es soll am Mittwoch offiziell vorgestellt werden. Über das Thema berichtet neben der Nachrichtenagentur Reuters auch der "Spiegel".

Bekenntnis zu Klimazielen gefordert

"Die kommende Regierungskoalition sollte die Geschwindigkeit der Transformation hin zur treibhausgasneutralen Wirtschaft erhöhen", fordert das Bündnis. Konkret wird ein Bekenntnis zu den deutschen Klimazielen, einem Ausstieg aus der Kohle und einem beschleunigten Ausbau des Ökostroms verlangt. "Von der neuen Regierung erwarten wir entschiedene und effiziente Maßnahmen zur Erreichung des nationalen 2020-Emissionsziels." Dies gilt nur als erreichbar, wenn schnell Braunkohlekraftwerke vom Netz gehen.

Der Klimaschutz ist ein Hauptstreitpunkt in den Gesprächen zwischen Union, Grünen und FDP. Zwar wollen sich die Verhandlungspartner grundsätzlich zu den Klimazielen bekennen, der Weg dorthin ist aber unklar. Die Initiative könnte nun für die Grünen Rückenwind bedeuten. Sie haben in ihrem Wahlprogramm verankert, dass die 20 schmutzigsten Kohlekraftwerke abgeschaltet werden. Inzwischen signalisieren sie jedoch Flexibilität.

DIHK gegen "teure nationale Alleingänge"

Die gemeinsame Erklärung der Unternehmen und Verbände deutet in eine andere Richtung als jüngste Äußerungen des DIHK. Der Verband hatte von der künftigen Bundesregierung gefordert, auf "unverantwortlich teure nationale Alleingänge gegen den Klimawandel" zu verzichten. Diese lehne die Industrie ab.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 07. November 2017 um 15:00 Uhr.

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