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Jahrelanger Rechtsstreit
Deutsche Bank lehnt Vergleich mit Kirch-Erben ab
Die Deutsche Bank lehnt einen Vergleich mit der Kirch-Gruppe weiter ab. Der Vorstand habe den Vorschlag sorgfältig geprüft, "auf der Basis dieser Prüfung, auch unter Berücksichtigung internen und externen Rechtsrats, hat der Vorstand einvernehmlich entschieden, den Vergleichsvorschlag nicht anzunehmen", erklärte die Bank. Angeblich sah der Vergleich die Zahlung von 800 Millionen Euro vor. Damit wäre der zehnjährige Rechtsstreit beigelegt worden.
Die harte Linie der Deutschen Bank gefällt den Investoren. Die Aktie legt kräftig zu
Ein Interview mit Folgen
Der Unternehmer Leo Kirch hatte nach dem Zusammenbruch seines hoch verschuldeten und weit verzweigten Medienimperiums die Bank und ihren damaligen Chef Rolf Breuer für die Pleite verantwortlich gemacht und die Bank seither mit mehr als 40 Prozessen überzogen. Ein wichtiger Punkt in allen Verfahren war ein TV-Interview, das Breuer im Februar 2002 gegeben hatte. In dem Gespräch hatte Breuer die Kreditwürdigkeit Kirchs bezweifelt. Wochen später war das Firmengeflecht, zu dem neben dem TV-Konzern ProSiebenSat.1 und dem Bezahlsender Premiere auch eine 40-Prozent-Beteiligung am Springer-Verlag gehörte, am Ende.
In Kirchs Wahrnehmung war das Breuer-Interview der Auslöser für seine Pleite. Kirch sagte später: "Das Interview war meine Schlachtung." Die folgende Prozessflut erreichte auch den Bundesgerichtshof (BGH), der 2006 feststellte, dass Kirch grundsätzlich Anspruch auf Schadenersatz zustehen könnte. Das müsse aber in weiteren Verfahren geklärt werden.
Kirch forderte mehr als drei Milliarden
Ursprünglich hatte der im vergangenen Jahr verstorbene Unternehmer in mehreren Prozessen mehr als drei Milliarden Euro gefordert. Das Oberlandesgericht München schlug zwischenzeitlich bereits einen Vergleich in Höhe von 775 Millionen Euro vor. Dies lehnte die Deutsche Bank damals aber ab.
Stand: 01.03.2012 13:58 Uhr
