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30.05.2012

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Wirtschaft
Urteil: Leo Kirch gegen Deutsche Bank
Deutsche Bank einigt sich angeblich mit Kirch-Erben
Jahrelanger Rechtsstreit vor dem Ende

Deutsche Bank einigt sich angeblich mit Kirch-Erben

Mit einer Zahlung von rund 775 Millionen Euro beendet die Deutsche Bank offenbar den jahrelangen Rechtsstreit um die Insolvenz des Medienimperiums von Leo Kirch. Die Erben des vor einem halben Jahr verstorbenen Ex-Milliardärs und die Bank hätten sich auf einen entsprechenden Vergleich geeinigt, berichteten mehrere Medien sowie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Verhandlungskreise. Im Gegenzug sollen damit alle Schadenersatzforderungen erledigt sein.

Eine Bestätigung gibt es bislang nicht. Laut "Manager Magazin" muss der Vorstand der Deutschen Bank am Dienstag noch zustimmen - auch dann erst dürfte es dazu offizielle Stellungnahmen geben. Dementiert wurden die Berichte jedoch von keiner Stelle.

Ein Interview mit Folgen

Der ehemalige Chef der Deutschen Bank, Rolf Breuer, und Leo Kirch (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Gegenspieler: Der ehemalige Chef der Deutschen Bank, Rolf Breuer, und Leo Kirch (rechts) ]
Und darum geht`s: Kirch hatte nach dem Zusammenbruch seines hoch verschuldeten und weit verzweigten Medienimperiums die Bank und ihren damaligen Chef Rolf Breuer für die Pleite verantwortlich gemacht und die Bank seither mit mehr als 40 Prozessen überzogen. Ein wichtiger Punkt in allen Verfahren war ein TV-Interview, das Breuer im Februar 2002 gegeben hatte. In dem Gespräch hatte Breuer die Kreditwürdigkeit Kirchs bezweifelt. Wochen später war das Firmengeflecht, zu dem neben dem TV-Konzern ProSiebenSat.1 und dem Bezahlsender Premiere auch eine 40-Prozent-Beteiligung am Springer-Verlag gehörte, am Ende.

In Kirchs Wahrnehmung war das Breuer-Interview der Auslöser für seine Pleite. Kirch sagte später: "Der Rolf" habe ihn "erschossen". "Das Interview war meine Schlachtung." Die folgende Prozessflut erreichte auch den Bundesgerichtshof (BGH), der 2006 feststellte, dass Kirch grundsätzlich Anspruch auf Schadenersatz zustehen könnte. Das müsse aber in weiteren Verfahren geklärt werden.

Kirch forderte mehr als drei Milliarden

Ursprünglich hatte der im vergangenen Jahr verstorbene Unternehmer in mehreren Prozessen mehr als drei Milliarden Euro gefordert. Das Oberlandesgericht München schlug zwischenzeitlich bereits vor, sich mit einer Zahlung von 775 Millionen Euro zu vergleichen. Dies lehnte die Deutsche Bank damals aber ab.

Sinneswandel bei Ackermann?

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann (Foto: REUTERS) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Einige Rechtsstreitigkeiten wollte er noch lösen, bevor er aus dem Amt scheidet: Deutsche-Bank-Chef Ackermann ]
Die Verständigung - wenn sie sich denn bestätigt - lässt auf einen Sinneswandel der Bank wenige Monate vor dem Ende der Amtszeit von Vorstandschef Josef Ackermann schließen. Dieser hatte auf seiner letzten Bilanz-Pressekonferenz Anfang des Monats angekündigt, dass er bis zu seinem Abschied Ende Mai noch einige Rechtsstreitigkeiten lösen wolle und es einige Vergleiche geben werde. Er wolle seinen Nachfolgern ein "intaktes Haus" überlassen. Es deutet also einiges darauf hin, dass die Bank den jahrelangen und zermürbenden Streit mit Kirch nun beenden könnte.

Stand: 13.02.2012 16:49 Uhr
 

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