Galeria Kauhof | Bildquelle: dpa

Gespräche über Sanierung Ver.di will mit Kaufhof verhandeln

Stand: 13.04.2018 19:28 Uhr

Dem Warenhauskonzern Kaufhof geht es schlecht. Die Gewerkschaft ver.di ist nun bereit, über einen Sanierungstarifvertrag zu verhandeln. Die Beschäftigten müssen sich wohl auf Lohneinbußen einstellen.

Die Gewerkschaft ver.di will mit dem Management der angeschlagenen Warenhauskette Kaufhof über eine Neuausrichtung verhandeln. Dies ist eine wichtige Voraussetzung, um den kriselnden Karstadt-Konkurrenten wieder in die Spur zu bringen. Kaufhof begrüßte die Ankündigung: "Ein schneller Tarifabschuss ist wesentlich für eine erfolgreiche Sanierung."

Zuvor hatte ein von der Gewerkschaft beauftragter Wirtschaftsprüfer einen Sanierungsbedarf bestätigt. Das Sanierungskonzept der Geschäftsführung habe jedoch eine "Schieflage" zu Lasten der Arbeitnehmer, teilte ver.di mit. Damit ist gemeint, dass es wahrscheinlich zu finanziellen Einbußen für die rund 18.000 Beschäftigten kommen wird.

Standorte und Jobs retten

Ver.di wolle nun zunächst gemeinsame Eckpunkte mit dem Management klären und dann in Gespräche über einen Sanierungstarifvertrag eintreten, teilte die Gewerkschaft mit. "Galeria Kaufhof ist ein traditionsreiches, aber auch zukunftsfähiges Unternehmen", sagte ver.di-Verhandlungsführer Bernhard Franke.

Die Gewerkschaft wolle die Standorte, Arbeitsplätze und Einkommen der Beschäftigten absichern. Vorrangig seien nun die Eigentümer in der Pflicht, ihre Verantwortung wahrzunehmen. Weitere unternehmerische Maßnahmen seien erforderlich.

Kaufhof braucht "wettbewerbsfähige Personalkosten"

Die Kaufhof-Spitze hatte im vergangenen Oktober erstmals Gespräche über einen neuen Tarifvertrag gefordert, der für die Beschäftigten Einschnitte bringen soll. Kaufhof brauche "wettbewerbsfähige Personalkosten", so ein Sprecher.

Kaufhof war vor zwei Jahren vom Handelskonzern Metro an den kanadischen Kaufhauskonzern Hudson's Bay Company verkauft worden. Das Unternehmen hat 96 Standorte.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. April 2018 um 19:00 Uhr in den Nachrichten.

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