Galeria Kauhof | Bildquelle: dpa

Gespräche mit ver.di Kaufhof plant Einschnitte für Beschäftigte

Stand: 10.10.2017 11:22 Uhr

Verluste und sinkende Umsätze: Um die Warenhauskette Galeria Kaufhof ist es derzeit nicht gut bestellt. Um in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben, will der Konzern nun in Gesprächen mit der Gewerkschaft ver.di Einschnitte für die Beschäftigten durchsetzen.

Der Warenhauskonzern Kaufhof drängt angesichts seiner angespannten wirtschaftlichen Lage auf Einschnitte bei Löhnen und Gehältern der etwa 21.000 Mitarbeiter. Das Unternehmen habe "den Dialog mit der Gewerkschaft ver.di aufgenommen, um einen neuen Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung abzuschließen", teilte der Konzern mit.

"Unser Ziel ist es, für die Zukunft eine wettbewerbsfähige Kostenstruktur, einschließlich der Löhne, zu schaffen", sagte der Chef von HBC Europe, Wolfgang Link. Er begründete die Notwendigkeit der Einschnitte mit dem dramatischen Strukturwandel im Einzelhandel. Marktanteile wanderten ins Internet ab. Innenstädte würden weniger stark frequentiert und die Gewinnspannen gingen zurück. Daran müsse sich der Kaufhof wie der gesamte Markt anpassen.

Der Kaufhof-Arbeitsdirektor Peter Herlitzius betonte: "Wir sind uns bewusst, dass ein neuer Tarifvertrag für unsere Mitarbeiter Einschnitte bedeutet." Der Schritt sei jedoch unvermeidlich, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und damit Arbeitsplätze langfristig zu sichern.

Kürzungen von bis zu fünf Prozent

Zuvor hatte bereits die "Süddeutsche Zeitung" über die Pläne des Warenhauskonzerns beichtet. Nach Informationen der Zeitung strebt Kaufhof eine Kürzung der Löhne und Gehälter von drei bis fünf Prozent, die Streichung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld für drei Jahre und eine Erhöhung der Arbeitszeit durch eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche an.

Hudson's Bay (HBC) hatte Kaufhof vom Metro-Konzern übernommen. Die Kette kämpft mit Verlusten und sinkenden Umsätzen. Für zusätzliche Unruhe sorgte im Frühjahr der überraschende Abgang von Firmenchef Olivier Van den Bossche.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 10. Oktober 2017 um 11:00 Uhr.

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