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30.05.2012

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Wirtschaft
BASF beantragt Zulassung von Gen-Speisekartoffel
BASF beantragt Zulassung neuer Sorte

Gen-Speisekartoffel "Fortuna" für Pommes und Chips

Die BASF will jetzt nach der Industrie-Sorte "Amflora" auch gentechnisch veränderte Speisekartoffeln auf den Markt bringen. BASF Plant Science, eine Tochter der BASF in Limburgerhof bei Ludwigshafen, beantragte jetzt die Zulassung der Sorte "Fortuna".

Von Werner Eckert, SWR

"Fortuna" ist die Abwandlung einer bekannten Pommes-Frites-Sorte auf Europas Äckern. Ihr wurden aber bestimmte Gene einer südamerikanischen Wildkartoffel eingesetzt. Sie soll jetzt gegen die so genannte Kraut- und Knollenfäule resistent sein. Das ist die wichtigste Pilzkrankheit bei Kartoffeln. Eine solche Resistenz kann man zwar auch mit konventioneller Züchtung erreichen. BASF argumentiert aber damit, dass der Ertrag der Gentech-Sorte höher sei.

Gentechnisch veränderte Kartoffeln der Sorte Amflora (Foto: AFP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Gentechnisch veränderte Kartoffeln der Sorte Amflora ]
"Fortuna" wird seit 2003 im Freiland getestet. Ein Zulassungsantrag war bereits kurz nach der Anbaugenehmigung für die Industriekartoffel "Amflora" im Mai 2010 angekündigt worden. Tatsächlich aber hat es mehr als ein Jahr gedauert. Möglicherweise hängt diese Verzögerung mit einer Panne zusammen, die es beim Anbau von "Amflora" in Schweden gegeben hat. Dort waren Saatkartoffeln verschiedener Sorten vermischt worden. BASF musste die gesamte Ernte entsorgen.

Scharfe Kritik von Greenpeace & Co.

Der "Fortuna"-Antrag wird jetzt von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit, EFSA, geprüft. BASF rechnet mit einer Markteinführung dieser Sorte in drei oder vier Jahren. Gentech-Kritiker - wie etwa die Organisation Greenpeace - bemängeln allerdings, für eine gentechnisch veränderte Speise-Kartoffel gebe es keinen Markt in Europa. Die meisten großen Pommes-Frites oder Chips-Produzenten hätten sich gegen diese Technik ausgesprochen. Außerdem verweisen sie auf mögliche Gefahren für die Artenvielfalt.

Ein wesentliches Argument der Kritiker gegen die "Amflora"-Kartoffel gilt für die Sorte "Fortuna" allerdings nicht: Bei der "Amflora" war eine Resistenz gegen Antibiotika enthalten. Eigentlich nur als Hilfsgen für die Züchtung. Diese Art von Gen-Veränderung wird aber von vielen Wissenschaftlern abgelehnt, weil sich daraus Probleme mit der Anwendung von Antibiotika bei Menschen ergeben könnten. "Fortuna" enthält diese Markergene nicht.

Stand: 31.10.2011 20:23 Uhr
 

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