EU verhängt Rekordstrafe gegen Bildschirm-Kartell

1,47 Milliarden Bußgeld wegen illegaler Absprachen

EU verhängt Rekordstrafe gegen Bildschirm-Kartell

Die EU-Kommission hat Rekordbußgelder von insgesamt 1,47 Milliarden Euro gegen zwei Kartelle von Bildröhren-Herstellern verhängt, die die Verbraucher massiv geschädigt haben. Bestraft werden sieben namhafte internationale Konzerne, die Fernseher und Computerbildschirme produzieren und verkaufen: Samsung, Philips, LG Electronics, Technicolor, Panasonic, Toshiba und die Panasonic-Tochter MTPD. Fast zehn Jahre lang bis 2006 sprachen sie den obersten EU-Wettbewerbshütern zufolge untereinander die Preise für Bildröhren in TV-Geräten und Computerbildschirmen ab, teilten die Märkte auf und beschränkten die Produktion.

Bildröhrenproduktion im Jahr 1997 (Bildquelle: picture-alliance / ZB)
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Bildröhrenproduktion in einem Samsung-Werk im Jahr 1997

Weltweites Kartell

Die Kartelle hätten weltweit agiert und das Wettbewerbsrecht "in gravierender Weise" verletzt, sagte Wettbewerbskommissar Joaqín Almunia. Bildröhren sind wesentliche Komponenten für Fernseher und Computerbildschirme und machen 50 bis 70 Prozent des Preises eines Bildschirms aus. "Dies lässt erahnen, wie schwerwiegend dieses rechtswidrige Verhalten über die Jahre auch den Verbrauchern geschadet hat."

Der Firma Chunghwa wurde die Buße nach der Kronzeugenregelung vollständig erlassen, sie hatte Brüssel als erste über die Kartelle informiert. Die höchsten Einzelstrafen wurde Philips und LG Electronics aufgebrummt: 313 beziehungsweise 296 Millionen Euro, zudem 392 Millionen Euro für eine Kooperation der beiden. Kartelle sind nach europäischem Recht verboten und werden mit hohen Geldbußen geahndet.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 5. Dezember 2012 um 14:00 Uhr.

Stand: 05.12.2012 17:12 Uhr

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