Eine US-Flagge spiegelt sich in einem VW-Logo. | Bildquelle: dpa

Dieselgate in den USA Richter macht Weg frei für Vergleiche

Stand: 14.02.2017 21:32 Uhr

VW und der Zulieferer Bosch haben im Dieselgate-Prozess mit den Zivilklägern Vergleiche ausgehandelt. Der Richter am zuständigen Gericht in San Francisco gab diese nun vorläufig frei. Bis Mai können beide Seiten die Konditionen prüfen.

Von Wolfgang Stuflesser, ARD-Studio Los Angeles

In einer mehr als zweistündigen Anhörung ließ sich Richter Charles Breyer den ausgehandelten Vergleich von allen Beteiligten noch einmal ausführlich schildern. Für die rund 480.000 manipulierten Zwei-Liter-Autos hatte VW schon im Herbst einen Vergleich geschlossen.

Jetzt geht es um die rund 80.000 Autos mit Drei-Liter-Motor, die VW in den USA verkauft hat - darunter verschiedene Audi-Limousinen und SUVs, VW Touareg und Porsche Cayenne. Sie werden nach Alter in zwei Generationen eingeteilt: Die Besitzer der etwa 20.000 älteren Autos aus den Jahren 2009 bis 2012 sollen ihre Wagen von VW zurückkaufen lassen können.

Die rund 60.000 jüngeren Fahrzeuge aus den Modelljahren 2013 bis 2016 will VW so umrüsten, dass sie die Abgaswerte einhalten. Für diese Modelle muss der Konzern dann keinen Rückkauf anbieten. Unabhängig davon sollen alle Besitzer eine Entschädigungszahlung erhalten - je nach Restwert des Autos.

Dieselgate kostet in Nordamerika 23 Milliarden Euro

VW zahlt für den Vergleich umgerechnet mindestens 1,1 Milliarden Euro - damit belaufen sich die Gesamtkosten für Dieselgate allein in Nordamerika auf rund 23 Milliarden Euro.

Beide Seiten haben nun bis Mai Zeit, die Konditionen ein letztes Mal zu prüfen. Wenn es keine wesentlichen Einwände gibt, wird der Richter den Vergleich dann endgültig bestätigen. Mit dem Vergleich kann VW ein Gerichtsverfahren über die Sammelklage mit ungewissem Ausgang vermeiden. Für die Umwelt hat der Vergleich den Vorteil, dass die manipulierten Autos möglichst schnell von der Straße genommen oder umgerüstet werden.

Der Zulieferer Bosch hat parallel einen eigenen Vergleich mit Verbrauchern und Verkäufern ausgehandelt. Das Unternehmen ist bereit, umgerechnet rund 310 Millionen Euro zu zahlen.

Kalifornien - der nächste Schritt für VW beim Dieselgate
W. Stuflesser, ARD Los Angeles
14.02.2017 21:14 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 14. Februar 2017 um 22:00 Uhr und am 15. Februar 2017 um 06:00 Uhr in den Nachrichten.

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