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Wirtschaft
Kartellamt verhängt erneut Millionenstrafe gegen Kaffeeröster
Kartellamt rügt Preisabsprachen

Erneute Millionenstrafe gegen Kaffeeröster

Kaffeebohnen (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: "Absprachen über Preiserhöhungen bei Konsumgütern wie Kaffee spürt der Verbraucher ganz unmittelbar in seinem Portemonnaie", betonte Kartellamtschef Andreas Mundt. ]
Das Bundeskartellamt hat gegen zahlreiche Kaffeeröster und den deutschen Kaffeeverband (DKV) wegen illegaler Preisabsprachen Bußgelder in Höhe von insgesamt 30 Millionen Euro verhängt. Auch gegen zehn verantwortliche Mitarbeiter der Unternehmen wurden Bußgelder verhängt.

Insgesamt müssen acht Unternehmen wegen der illegalen Machenschaften zahlen. Dabei handelt es sich um Kraft Foods, Tchibo, Darboven, Melitta, Luigi Lavazza, Seeberger, Segafredo Zanetti und die Gebrüder Westhoff. Eingeleitet wurde das Verfahren auf Antrag von Alois Dallmayr Kaffee, gegen die deshalb keine Geldbuße verhängt wurde. Melitta und Darboven wurde für ihre Kooperation bei der Aufklärung der Vorwürfe im Laufe des Verfahrens eine Reduktion ihrer Geldbußen gewährt.

Die Geldbußen sind zwar noch nicht rechtskräftig. Doch haben sechs der acht Unternehmen sowie deren Mitarbeiter sich laut Bundeskartellamt zu einer einvernehmlichen Verfahrensbeendigung bereiterklärt.

Preisniveau im Arbeitskreis koordiniert

Nach den Erkenntnissen des Kartellamts existierte seit mindestens 1997 bis Mitte 2008 ein Arbeitskreis beim DKV, bestehend aus Geschäftsführern und Vertriebsleitern. Dort wurden Preiserhöhungen und zum Teil auch Preissenkungen bei der Belieferung von Gastronomie, Hotels, Automatenaufstellern und anderen Großverbrauchern koordiniert.

Der Kreis der betroffenen Unternehmen unterscheidet sich deshalb teilweise von dem im Dezember vergangenen Jahres bestraften Kaffeerösterkartell. Damals hatte das Bundeskartellamt bereits Bußgelder in Höhe von insgesamt 159,5 Millionen Euro gegen Alois Dallmayr Kaffee, Tchibo und Melitta Kaffee verhängt. Nach den Erkenntnissen der Behörde gab es seit mindestens Anfang 2000 bis zur Durchsuchung der Unternehmen im Juli 2008 Gespräche zwischen den Geschäftsführern und Vertriebsleitern über illegale Preisabsprachen.

Neben den zwei nun abgeschlossenen Verfahren gegen Kaffeeröster führt das Bundeskartellamt noch ein Verfahren gegen Hersteller von Cappuccino wegen des Verdachts von Preisabsprachen. Dieses Verfahren wird voraussichtlich Mitte dieses Jahres abgeschlossen.

Stand: 09.06.2010 12:22 Uhr
 

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