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Drei große deutsche Kaffeeröster müssen wegen verbotener Preisabsprachen Geldbußen von zusammen 159,5 Millionen Euro zahlen. Das Bundeskartellamt verhängte die Wettbewerbsstrafe gegen die Tchibo GmbH Hamburg, die Melitta Kaffee GmbH Bremen und die Alois Dallmayr Kaffee OHG München. Die Geldbußen sind allerdings noch nicht rechtskräftig, weil die Unternehmen dagegen Einspruch erheben können.
Nach den Erkenntnissen des Bundeskartellamtes stimmten sich Geschäftsführer und Vertriebsleiter der betroffenen Unternehmen seit mindestens Anfang 2000 bis zur Durchsuchung der Firmen Mitte 2008 in einem Gesprächskreis ab. Dieser habe vor allem den Zweck gehabt, das Preisgefüge bei den wichtigsten Röstkaffeeprodukten Filterkaffee, Espresso und Kaffeepads aufrechtzuerhalten. Dabei ging es um die Preis im Endverkauf sowie um Aktionspreise.
[Bildunterschrift: Tchibo hat laut Kartellamt mit Melitta und Dallmayr Preiserhöhungen abgesprochen. ]
Zwischen 2000 und 2008 sprachen die Unternehmen laut Bundeskartellamt ab, wann und in wie stark sie Preise erhöhen. Auch der Zeitpunkt, zu dem die Entscheidungen bekannt gegeben wurden und in Kraft traten, sollen demnach abgestimmt worden sein. Dies habe vor allem für fünf Preiserhöhungen zwischen 2003 und 2008 gegolten. Abgesehen von derjenigen im März/April 2008 sei es den Unternehmen gelungen, die Anhebung der Preise auf dem Markt durchzusetzen.
Die Absprachen wirkten sich unmittelbar zulasten der Verbraucher aus, da der Lebensmitteleinzelhandel die Preiserhöhungen in der Regel unmittelbar an die Kunden weitergegeben hat. So führten allein die beiden im Dezember 2004 und im April 2005 angekündigten Anhebungen der Kaffeepreise zu einem Anstieg der Verbraucher- und Aktionspreise für Röstkaffee von durchschnittlich mehr als einem Euro pro 500-Gramm-Packung.
Am 3. Juli 2008 hatten die Wettbewerbshüter Räume der Kaffeeröster durchsucht und Beweismaterial wegen des Verdachts auf Preisabsprachen sichergestellt. Dass sich die Ermittlungen gegen Tchibo, Melitta und Dallmayr richteten, war bereits bekannt. Laut Medienberichten soll sich der Verdacht auch gegen andere Unternehmen gerichtet haben. Eine dieser Firmen hatte den Berichten zufolge die Ermittlungen selbst ins Rollen gebracht und soll im Gegenzug von den Durchsuchungen und einer Geldbuße verschont worden sein.
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