Bildergalerie: 20 Jahre ICE

Bilder

1/22

Jubiläum eines schnellen Zugs - 20 Jahre ICE

ICE-Modell und Nachbau der

Der ICE steht für ein neues Zeitalter der Eisenbahn in Deutschland. Mehr als 150 Jahre, nachdem die Dampflokomotive "Adler" (rechts) mit gerade einmal 35 Kilometern pro Stunde von Nürnberg nach Fürth gefahren war, startet wenige Monate nach der Wiedervereinigung der neue Hochgeschwindigkeitszug. (Foto: picture alliance / dpa)

ICE-Modell und Nachbau der "Adler"-Lokomotive

Der ICE steht für ein neues Zeitalter der Eisenbahn in Deutschland. Mehr als 150 Jahre, nachdem die Dampflokomotive "Adler" (rechts) mit gerade einmal 35 Kilometern pro Stunde von Nürnberg nach Fürth gefahren war, startet wenige Monate nach der Wiedervereinigung der neue Hochgeschwindigkeitszug.

Der erste ICE

1991 fährt der erste ICE durch Deutschland. Die Züge der ersten Generation erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 280 Kilometern pro Stunde. Nach einer symbolischen Sternfahrt mehrerer ICE nach Kassel am 29. Mai 1991 beginnt am 2. Juni 1991 der reguläre Betrieb. Die erste Verbindung startet morgens um 5:53 Uhr in Hamburg-Altona und erreicht um 13:20 Uhr den Münchner Hauptbahnhof. Zu den Fahrgästen des ersten planmäßigen ICE zählt der begeisterte Eisenbahn-Fan Günther Voß.

Zwei Steuerwagen des ICE der zweiten Generation stehen sich gegenüber

Schon fünf Jahre nach dem Betriebsstart des ICE setzt die Deutsche Bahn 1996 die ersten Züge des ICE 2 ein. Sie erreichen ebenfalls eine Höchstgeschwindigkeit von 280 Kilometern pro Stunde und sind als Halbzüge konzipiert, die sich in kurzer Zeit trennen lassen. Einen Teil der Strecke fahren die beiden Zughälften gemeinsam und werden dann an Knotenpunkten geteilt, um auf verschiedenen Streckenarmen getrennt weiter zu verkehren.

Großraumabteil ICE 2

Die Züge bieten Hunderten Fahrgästen Platz. Die Inneneinrichtung des ICE 2 ist mittlerweile aber in die Jahre gekommen und wird derzeit nach und nach modernisiert.

ICE T mit Neigetechnik

1999 kommen die ersten ICE T mit Neigetechnik zum Einsatz. Auf kurvenreichen Strecken sind sie bis zu 20 Prozent schneller als vergleichbare Züge ohne Neigetechnik. Die Deutsche Bahn setzt den ICE T nach dem Start vor allem auf den Strecken zwischen Dresden und Frankfurt am Main sowie zwischen Berlin und München ein.

ICE der dritten Generation im Jahr 2000 auf der Fahrt von Berlin nach Wolfsburg

Im Jahr 2000 erweitert die Deutsche Bahn mit dem ICE 3 ihre Fernverkehrsflotte. Statt der Triebköpfe an den Enden des Zuges verteilt sich der Antrieb auf die Achsen jedes zweiten Waggons. Der ICE 3 fährt im Normalbetrieb mit bis zu 300 Kilometern pro Stunde - allerdings nur auf bestimmten Streckenabschnitten. 2002 macht die Fertigstellung der Neubaustrecke Köln-Rhein/Main erstmals diese Höchstgeschwindigkeit auch im planmäßigen Verkehr möglich.

Der künftige ICx-Fernzug der Bahn

Kurz vor dem 20. Jahrestag des ICE-Starts unterzeichnet die Deutsche Bahn einen Vertrag über die Anschaffung von bis zu 300 Fernverkehrszügen des neuen Typs ICx. Der Rekordauftrag sieht vor, dass die ersten Züge, die mit einer Geschwindigkeit von bis zu 249 Kilometern pro Stunde unterwegs sein sollen, ab 2016 zum Einsatz kommen.

ICE-Baustelle am Frankfurter Autobahnkreuz

Um die Geschwindigkeitsvorteile des ICE voll nutzen zu können, werden mehrere Bahnstrecken neu gebaut. Ein Kernstück der Neubaustrecke zwischen Köln und dem Rhein/Main-Gebiet ist die Untertunnelung des Autobahnkreuzes in Frankfurt, das 1997 eine Großbaustelle ist.

Eisenbahnbrücke bei Rödental

Der Bau neuer Strecken für den ICE-Betrieb kostet Milliarden und sorgt auf verschiedenen Trassen immer wieder für Streit.

Bundesverkehrsminister Tiefensee 2006 vor einem ICE

Geschwindigkeit ist immer ein wichtiges Argument für den ICE, der mit dem Motto "Halb so schnell wie das Flugzeug und doppelt so schnell wie das Auto" gestartet war. Plakativ werden vor allem Zeitgewinne bei wichtigen Städteverbindungen beworben - wie hier 2006 durch den damaligen Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee.

Anzeigetafel mit Hinweis auf verspäteten ICE

Die Realität sieht aber oft anders aus. Laut einer Studie der Stiftung Warentest von 2011 erreicht jeder dritte ICE mit Verspätung sein Ziel. Die Deutsche Bahn entgegnet, dass seit Jahren mehr als 90 Prozent aller Züge im Personenverkehr pünktlich seien.

Fahrgäste vor einem einfahrenden ICE

Bei den Passagieren ist der ICE beliebt. Im Jahr 2010 reisen fast 78 Millionen Fahrgäste mit dem Hochgeschwindigkeitszug.

ICE und TGV am Pariser Gare de l'Est

Dabei ist der ICE nicht nur in Deutschland unterwegs. Schon 1992 werden erste Verbindungen in die Schweiz in den Fahrplan aufgenommen. 2007 erreicht der erste ICE von Frankfurt aus den Pariser Gare de L'Est, während der französische TGV (rechts) im Gegenzug nach Stuttgart fährt. Derzeit steuert der ICE Ziele in sechs europäischen Nachbarländern an.

ICE 3 am Eingang zum Eurotunnel

Für 2013 plant die Deutsche Bahn die erste Verbindung durch den Eurotunnel bis nach London. Im Oktober 2010 fährt der erste Zug testweise bis in die britische Hauptstadt.

ICE-Unglück in Eschede

Der bislang folgenschwerste Unfall eines ICE ereignet sich 1998 in Eschede in der Nähe von Celle. Infolge eines Radreifenbruchs entgleist der ICE 884 "Wilhelm Conrad Röntgen" bei Tempo 200. Mehrere Waggons prallen gegen eine Betonbrücke. Beim schwersten Zugunglück der deutschen Nachkriegsgeschichte sterben 101 Menschen.

Entgleister ICE in einem Tunnel bei Fulda

Für Aufsehen sorgt auch ein weiteres Unglück in Fulda. 2008 rast ein ICE mit einer Geschwindigkeit von mehr als 200 Kilometern pro Stunde am Eingang eines Tunnels in eine Schafherde und entgleist teilweise. 73 Fahrgäste werden verletzt. Die Ermittlungen gegen die Deutsche Bahn werden später eingestellt.

Entgleister ICE am Kölner Hauptbahnhof

Glimpflich endet ein weiterer Zwischenfall im Juli 2008. Bei der Ausfahrt aus dem Kölner Hauptbahnhof bricht eine Radsatzwelle. Der Zug springt aus den Schienen, verletzt wird aber niemand. In der Folge ordnet das Eisenbahn-Bundesamt an, dass die Radsatzwellen der Züge deutlich häufiger überprüft werden müssen.

Wartung eines ICE

Weil ICE-Züge nach dem Unfall von Köln häufiger zur Überprüfung der Radsatzwellen in die Werkstatt müssen, fallen immer wieder Züge aus oder es kommt zu Einschränkungen auf den Verbindungen.

Helfer versorgen ICE-Fahrgäste

Im Sommer 2010 macht der ICE Schlagzeilen, weil wegen der Hitze in Dutzenden Zügen die Klimaanlage ausfällt. In den Waggons herrschen Temperaturen von bis zu 50 Grad. Teilweise gibt es nicht genug Wasser. Mehrere Schüler auf einer Klassenreise und ältere Menschen kollabieren und müssen von Helfern wie hier am Bahnhof in Bielefeld ärztlich versorgt werden. Die Bundespolizei ermittelt später wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen die Deutsche Bahn, die etwa vier Millionen Euro Entschädigung zahlt.

ICE im Winter

Aber auch im Winter 2010/2011 kommt es zu Problemen: Eis und Schnee sorgen für Verspätungen und Zugausfälle.

Überfüllter ICE

An Weihnachten 2010 führen vereiste Oberleitungen auf der Strecke Berlin-Hannover zu massiven Probleme. Zeitweise ist die wichtige Ost-West-Achse komplett gesperrt. Die verkehrenden ICE sind selbst in der 1. Klasse überfüllt.

Mehrere ICE-Züge

Trotz der Pannenserie sind 20 Jahre ICE aus Sicht der Deutschen Bahn eine Erfolgsgeschichte. Die Flotte von 252 Hochgeschwindigkeitszügen legte binnen zwei Jahrzehnten 1,4 Milliarden Kilometer zurück. Täglich fahren im Schnitt 210.000 Menschen mit dem ICE.

Darstellung: