Passanten in Tokio vor einen Tafel mit Börsenkursen | Bildquelle: AFP

Japan erneut in der Rezession "Abenomics" wohl endgültig gescheitert

Stand: 16.11.2015 11:03 Uhr

Mit einer neuartigen Wirtschaftspolitik wollte Premier Abe die Konjunktur wiederbeleben. Stattdessen ist Japan erneut in die Rezession gerutscht. Von Juli bis September schrumpfte das Inlandsprodukt um satte 0,8 Prozent.

Japan ist erneut in eine Rezession geschlittert. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank im Sommerquartal um hochgerechnet 0,8 Prozent - nach einem Minus von 0,7 Prozent im Frühjahr. Bei einem Rückgang in zwei Quartalen in Folge sprechen Ökonomen definitionsgemäß von einer Rezession, also von einem anhaltenden Schrumpfen der Wirtschaft.

Die revolutionäre Wirtschaftspolitik ("Abenomics"), die Premier Shinzo Abe seit seinem Amtsantritt Ende 2012 propagiert, darf damit als gescheitert gelten. Japan leidet seit den 1990er Jahren unter schwachem Wachstum und fehlender Inflation. Um die Wirtschaft anzukurbeln, legte Abe umfangreiche staatliche Konjunkturpakete auf, zudem druckte die Notenbank gigantische Mengen frisches Geld - alles ohne die erhoffte Wirkung.

Geringe Investitionen, fehlende Arbeitskräfte

Die aktuelle Rezession ist bereits die zweite seit dem Beginn von "Abenomics". Als Auslöser für das neuerliche Minus gilt das schwächere Wachstum in China, das japanische Unternehmer dazu veranlasste, ihre Investitionen deutlich zu drosseln.

Wegen der rapiden Überalterung der Gesellschaft haben die Unternehmen zudem mit einem Mangel an Arbeitskräften zu kämpfen. Positiv werteten Ökonomen, dass immerhin der private Konsum, der zu rund 60 Prozent zur Wirtschaftsleistung Japans beiträgt, um 0,5 Prozent stieg.

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