Containerhafen in Hongkong | Bildquelle: dpa

Wachstum der Weltwirtschaft IWF korrigiert Prognosen nach unten

Stand: 19.01.2016 11:52 Uhr

Der Internationale Währungsfonds hat seine Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft gesenkt. Als Gründe dafür nennt die Organisation etwa den billigen Ölpreis und die Abkehr von der Politik des billigen Geldes. Deutschland sehen die Analysten aber auf einem guten Weg.

Die Weltwirtschaft verliert nach der neuen Wachstumsprognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) weiter an Schwung. Im Jahr 2015 sei die Weltwirtschaft nur um 3,1 Prozent gewachsen, heißt es in dem vorgelegten Bericht. Für das laufende Jahr erwartet der IWF ein Wachstum von 3,4 Prozent. 2017 soll es demnach es um weitere 3,6 Prozent nach oben gehen. Der IWF hat damit seine Prognose vom Herbst um jeweils 0,2 Punkte nach unten korrigiert.

Kritik an Geldpolitik

"Die Wachstumserwartungen scheinen stetig zu sinken", sagte der Chefökonom des IWF, Maury Obstfeld. Die Schwellen- und Entwicklungsländer - bisher Motor der Weltkonjunktur - lahmen. Der niedrige Ölpreis und das Ende der Politik des ultrabilligen Geldes bei der US-Zentralbank Federal Reserve seien zusätzliche Risiken. "Die USA stehen vor Herausforderungen durch die Stärke des Dollar", sagte Obstfeld. "Das hat einen Effekt auf die Handelsbilanz."

Der IWF rief daher Regierungen und Zentralbanken dazu auf, weiter eine lockere Geldpolitik zu verfolgen, vor allem um die lahmende Inflation in Gang zu bringen. Der niedrige Ölpreis, der bis 2017 nach bisherigen Erkenntnissen nicht signifikant steigen werde, habe Öl exportierende Länder in ihren Wachstumsaussichten geschwächt. Die Nachfrage sei jedoch trotz der niedrigeren Kosten nicht in dem Maße gestiegen, wie das bei früheren Preissenkungen zu beobachten gewesen sei.

Progonosen für Deutschland angehoben

Für Deutschland hat der Fonds seine Wachstumsprognosen um 0,1 und 0,2 Punkte angehoben. So sieht der IWF hierzulande ein Wachstum von jeweils 1,7 Prozent in den Jahren 2016 und 2017. Dies liegt etwas unterhalb anderer europäischer Länder wie Spanien und Großbritannien. Insgesamt werde das Wachstum in Europa derzeit eher vom Konsum getragen, die niedrige Inflation drücke auf die Preise bei den Exporteuren, was vor allem Deutschland belastet.

Für China rechnet der IWF dagegen mit einer Abschwächung des Wachstums von 6,9 Prozent im Jahr 2015 über 6,3 Prozent 2016 auf 6,0 Prozent 2017. Das entspricht den bisherigen Erwartungen. Jedoch mache Chinas Wandlung von einer Industrie- zu einer Dienstleistungsgesellschaft der Konjunktur zu schaffen.

Dieser Beitrag lief am 19. Januar 2016 um 19:41 Uhr auf NDR Info.

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