Donald Trump schließt die Augen während einer Rede von Indiens Premierminister Modi. | Bildquelle: AFP

Wachstumsprognose gesenkt IWF zweifelt an Trumps Wirtschaftspolitik

Stand: 27.06.2017 17:32 Uhr

Der Internationale Währungsfonds rechnet nicht mehr damit, dass US-Präsident Trump die Wirtschaft mit Steuererleichterungen und einem Investitionsprogramm in Schwung bekommt. Der IWF senkte deshalb seine Wachstumsprognose für das laufende Jahr.

Der IWF zweifelt am Wachstumsziel der US-Regierung unter Präsident Donald Trump und senkte deshalb seine Prognose für die weltgrößte Volkswirtschaft. Das geht aus dem neuesten Länderbericht des Fonds hervor. Für 2017 wird ein US-Wirtschaftswachstum von 2,1 Prozent erwartet, nach bislang 2,3 Prozent. Im kommenden Jahr dürfte das Wachstum ebenfalls 2,1 Prozent betragen. Im April war der IWF noch von 2,5 Prozent ausgegangen.

Laut IWF bremsen unter anderem die alternde Bevölkerung der USA sowie die schwache Produktivitätssteigerung. Das im Haushaltsentwurf des Weißen Hauses genannte Wachstumsziel von 3,0 Prozent im Jahr 2020 zieht der Fonds in Zweifel. Selbst im Fall einer perfekt abgestimmten Politik sei das Resultat vermutlich niedriger als im Budgetplan angenommen - und es werde länger dauern, um dieses zu erreichen.

Dollarnoten vor einer US-Fahne | Bildquelle: dpa
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Trump will die US-Wirtschaft mit Steuersenkungen ankurbeln - der IWF hält diese Steuerpolitik nicht für effektiv.

Kritik an Trumps Haushaltsplänen

Weil am US-Arbeitsmarkt bereits faktisch Vollbeschäftigung herrsche, könne eine nachhaltige Wachstumssteigerung nur durch eine Erhöhung des Wachstumspotenzials erfolgen, urteilte der IWF. Zudem sei die Regierung bislang Details zu ihrem Konjunkturprogramm schuldig geblieben. Deswegen habe man die Prognose nun ohne zusätzliche Wachstumsstützen errechnet.

Die Haushaltspläne der Regierung stießen bei dem Fonds auf Kritik. Sie bürdeten den größten Teil der Lasten den Gering- und Durchschnittsverdienern auf. Das stehe in Gegensatz zum selbst erklärten Ziel, allen Amerikanern Sicherheit und Wohlstand zu bringen. Der IWF schlug stattdessen eine Steuerpolitik vor, welche unter anderem die Effizienz der Sozialsysteme steigere und der Regierung höhere Einnahmen bringe. Die Trump-Regierung strebt dagegen ein höheres Wachstum vorwiegend durch klassische Konjunkturpolitik an, in erster Linie über staatliche Infrastrukturausgaben und Steuersenkungen.

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