Irland in der Schuldenkrise | Bildquelle: dpa

Lücke im Staatshaushalt fast geschlossen Irland - vom Krisenstaat zum Wachstumsstar

Stand: 05.01.2016 16:53 Uhr

Irland gilt als Musterschüler unter den ehemaligen Euro-Krisenstaaten. Die "grüne Insel" stand einige Jahre unter dem Euro-Rettungsschirm. Inzwischen ist das Land die am schnellsten wachsende Wirtschaftsnation der Euro-Zone - und der Staatshaushalt ist nahezu ausgeglichen.

Das 2010 noch kurz vor der Staatspleite stehende Irland hat im vergangenen Jahr einen nahezu ausgeglichenen Haushalt geschafft - dank sprudelnder Steuereinnahmen. Das Defizit habe bei 62 Millionen Euro gelegen nach mehr als acht Milliarden Euro 2014, erklärte die Regierung in Dublin. 2017 wolle die Regierung schwarze Zahlen schreiben, sagte Finanzminister Michael Noonan. Das wäre ein Jahr früher als bislang geplant.

Gute Konjunktur ausschlaggebend

Hauptgrund für das stark verringerte Defizit im abgelaufenen Jahr war die gute Konjunktur. Dadurch fielen die Steuereinnahmen um fast acht Prozent oder 3,3 Milliarden Euro höher aus als angenommen. Besonders kräftig legten dabei die Einnahmen aus der Unternehmensteuer zu. Zum Defizitabbau trugen allerdings auch einmalige Erlöse von rund drei Milliarden Euro bei. Dazu gehören Einnahmen in Höhe von 1,6 Milliarden Euro von der Bank Allied Irish. Die AIB war in der globalen Finanzkrise in Schieflage geraten und musste 2009 vom Staat gerettet werden.

Rasant wachsende Wirtschaft

Irland war Ende 2010 mit internationalen Hilfskrediten von 85 Milliarden Euro vor der Pleite bewahrt worden und konnte den Rettungsschirm drei Jahre später wieder verlassen. 2016 dürfte das Land das dritte Jahr in Folge die am schnellsten wachsende Wirtschaftsnation der Euro-Zone sein, sagen die Analysten des Finanzhauses Goodbody Stockbrokers voraus.

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