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Lange Gesichter und eine schwächelnde Aktie: Die erste Produktvorstellung des neuen Apple-Chefs Cook verlief mau. Statt des iPhone 5 präsentierte er eine aufgemotzte Version des bisherigen Modells. Gleichzeitig soll ein Dumping-Kurs gegen die Android-Konkurrenz helfen.
Von Jan Tussing, ARD-Hörfunkstudio Los Angeles
"Guten Morgen. Dies ist meine erste Produktvorstellung als Geschäftsführer - was sie sicherlich nicht wussten …" Tim Cook, der neue Chef von Apple und Nachfolger von Firmengründer Steve Jobs begrüßt die Journalisten mit einem kleinen Scherz. Dem 50-jährigen Unternehmer ist bewusst wie intensiv die halbe Welt ihm gerade zuhört, um herauszufinden, ob er auch wirklich würdig ist, in die Fußstapfen von Steve Jobs zu treten.
"Auch Tim Cook liebt Apple", sagt Cook. "Und arbeitet seit fast 14 Jahren im Unternehmen hier in Silicon Valley, der innovativsten Region der Welt." Vor nur zehn Jahren habe Apple den Original-iPod vorgestellt - der die Welt des Musikhörens revolutioniert habe. Und vor nur einem Jahr habe Apple das neue "Macbook Air" eingeführt - das wiederum habe die Denkweise über Laptops fundamental verändert. "Heute möchten wir sie an die Einzigartigkeit dieses Unternehmens erinnern, indem wir Neuigkeiten über Bereiche wie mobile Betriebssysteme, Applikationen bis hin zur Hardware ankündigen", kündigt er an.
Gebannt schauen ihm die Anwesenden zu - und sind sichtlich enttäuscht, als sie nicht das neue iPhone 5 zu sehen bekommen, sondern nur eine verbesserte Variante des alten Modells, das iPhone 4S. Marketing Chef Phil Schiller preist die Neuerungen eines Smartphones an, das so anders gar nicht aussieht als der Vorgänger: "Lassen Sie sich nicht täuschen, denn innen ist alles neu. Was ist anders? Zuerst einmal hat es einen neuen Chip - der A5-Chip, den wir dieses Jahr im iPad 2 eingeführt haben, schafft es jetzt ins iPhone."
Das iPhone 4S hat einen Dual-Core-Prozessor, eine verbesserte Fotokamera mit acht Megapixeln und kommt in Deutschland am 14. Oktober auf den Markt. Eine neue Funktion des neuen iPhone 4S ist zudem der intelligente "persönliche Assistent". Der hört auf den Namen Siri und wird mit Stimmbefehlen gesteuert. Künftig können Nutzer mit ihrem Smartphone kommunizieren, ohne es dafür aus der Hosentasche zu holen.
Während Cook und Schiller die Software und die Cloud-Angebote von Apple vorstellten, ging ein wichtiger Nebenaspekt der Veranstaltung völlig unter: Ab sofort gibt es das alte iPhone 3 nämlich bei Abschluss eines Zwei-Jahres-Vertrags umsonst. Apple versucht so neue Käuferschichten zu erreichen.
Bislang mussten die iPhones Fans für ihr Schmuckstück ja ziemlich tief in die Tasche greifen. Aber ab sofort, kann sich jeder ein iPhone leisten. Apple greift so gezielt seinen größten Konkurrenten an: das Smartphone-Betriebssystem von Google, das Android. Denn auch wenn Apple das teuerste und profitabelste Unternehmen der Welt ist, mehr Menschen telefonieren und spielen mit dem Android, nicht mit dem iPhone. Das will Tim Cook nun ändern. "Es sei eine außergewöhnliche Zeit, bei Apple dabei zu sein", sagt er.
Die Investoren dagegen sehen das anders. Sie waren enttäuscht. Entweder von Cooks Performance - oder vom neuen iPhone. Die Aktie brach jedenfalls erst einmal um fünf Prozent ein.
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