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Apple präsentiert neues iPhone

Große Show für Nummer 5

Mit großer Spannung ist das neue iPhone 5 erwartet worden, und wie den Stein der Weisen hat Apple es in San Francisco präsentiert. Doch wer mit einer Revolution gerechnet hatte, wurde enttäuscht. Das neue Smartphone bietet nicht viel mehr als seine Konkurrenten. Und doch wird es wohl ein Hit.

Von Wolfgang Stuflesser, ARD-Hörfunkstudio Los Angeles

Eigentlich geht es nur um einen knappen Zentimeter. So viel ist das neue iPhone länger als das alte. Es hat damit Platz für einen größeren Bildschirm und ist trotzdem etwas dünner und leichter. Ansonsten sind sich altes und neues Gerät sehr ähnlich.

Im Vergleich: iPhone 4S (re.) und iPhone 5
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Im Vergleich zum 4S (r.) ist das neue iPhone 5 (l.) leichter, dünner, schneller und hat ein größeres Display.

Eine Revolution sieht anders aus. Präsentiert wird das iPhone 5 in San Francisco trotzdem, als sei es der Stein der Weisen: Aus dem Boden der Bühne fährt ein kleines Podest empor, darauf das neue Gerät.

Und Apple-Marketing-Chef Phil Schiller stimmt sogleich das Loblied an: "Es ist ein absolutes Juwel. Es ist das schönste Produkt, das wir je hergestellt haben. Die Hard- und Softwarentwicklung für dieses Produkt war die größte Herausforderung, die unser Team je angenommen hat. Und was sie erreicht haben, ist einfach umwerfend."

Apple stellt iPhone 5 vor
W. Stuflesser, ARD Los Angeles
13.09.2012 06:46 Uhr

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LTE macht's schneller

In der Tat, im Inneren des Geräts hat sich einiges getan: Das iPhone 5 arbeitet fast doppelt so schnell wie sein Vorgänger, auch die 8-Megapixel-Kamera wurde verbessert, und die neue Version unterstützt endlich auch den neuen Datenfunkstandard LTE für unterwegs. Der ist unter bestimmten Bedingungen sogar schneller als das WLAN zu Hause.

Ein Angebot, was die Konkurrenz längst hat

Aber all das bieten Apples Konkurrenten schon längst: Den größeren Bildschirm, den schnelleren Weg ins Internet.

Apple hat die Erwartungen erfüllt, und damit doch viele Experten enttäuscht. Zum Beispiel Max Wolff, Analyst bei Greencrest Capital. Er sagte im US-Sender CNBC: "Es ist das erste Mal, dass Apple ein neues iPhone herausbringt, und sie werben im Grunde damit, dass sie jetzt auch das bieten, was die Konkurrenz schon längst hat. Apple war mal der Anführer in der Smartphone-Branche. Ich glaube, das können sie auch wieder werden, aber mit dem iPhone 5 holen sie nur die Konkurrenz ein."

Apple stellt iPhone 5 vor
ARD-Morgenmagazin, 13.09.2012, Karin Dohr, ARD Washington

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Garniert wird das neue Gerät mit einer neuen Version des Betriebssystems iOS 6 mit Navigation und einer verbesserten Sprachbedienung, außerdem können die Nutzer nun leichter Beiträge für soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter erstellen.

Umsteiger brauchen Adapter

Auch in Deutschland kann das iPhone ab sofort bestellt werden. Ohne Mobilfunkvertrag beginnen die Preise bei rund 680 Euro.

Wer vom alten aufs neue iPhone wechselt, der kann seine vorhandenen Kabel oder Lautsprecher nur mit einem Adapter weiter nutzen, denn um Platz zu schaffen für die neue Technik und das iPhone 5 trotzdem zu verschlanken, hat Apple den Anschluss-Stecker für Ladekabel und Zubehör geändert. Der Adapter kostet noch mal knapp 30 Euro.

Ein iPhone, das nur die Konkurrenz einholt und noch dazu die treuen Kunden verärgert - kann das ein Erfolg werden? Ja, sagen viele Experten, zum Beispiel Gene Munster, Apple-Beobachter beim Bankhaus Piper Jaffray: "Es geht hier nicht um Features, deswegen kaufen die Leute kein iPhone. Ihnen geht es um die Plattform für ihre Musik, Spiele oder Filme. Die können sie bei Apple kaufen und zwischen allen Apple-Geräten austauschen. Da dominiert Apple die Branche, und das wird noch die nächsten paar Jahre so sein."

Apple-CEO Tim Cook bei der Vorstellung des iPhone 5 in San Francisco am 12.09.2012
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Apple-CEO Tim Cook bei der Vorstellung des iPhone 5 in San Francisco

Keine Freudensprünge an der Börse

Der Börsenkurs machte nach der Präsentation keine Freudensprünge, legte aber doch behutsam um fast anderthalb Prozent zu. Was fehlt, ist die große Überraschung.

Dass die Gerüchteseiten im Netz diesmal fast alle richtig lagen, zeigt: Apple ist berechenbarer geworden. Vorbei die Zeit, als der charismatische Firmengründer Steve Jobs Produkte wie den iPod präsentierte, einen MP3-Spieler, der dann fast im Alleingang die Musikindustrie revolutionierte. Ein knappes Jahr nach dem Tod von Steve Jobs läuft die Maschine Apple immer noch rund. Der große Paukenschlag, das umwerfende neue Produkt war aber auch diesmal nicht zu sehen.

Stand: 13.09.2012 07:30 Uhr

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