Logo ING-Bank | Bildquelle: REUTERS

Bank unter Verdacht Korruptionsermittlungen gegen ING

Stand: 22.03.2017 09:52 Uhr

Die niederländische Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen die Bank ING wegen Verdacht der Korruption und Geldwäsche eingeleitet. Laut einem Medienbericht sollen über das Geldhaus Schmiergelder an die Tochter des ehemaligen usbekischen Machthabers Karimow geflossen sein.

Gegen die niederländische Bank ING wird wegen des Verdachts der Korruption ermittelt. "Die ING Bank ist Gegenstand strafrechtlicher Ermittlungen der niederländischen Behörden", heißt es im Geschäftsbericht des Unternehmens. Die Vorwürfe lauteten auf Geldwäsche und Korruption.

Schmiergelder nach Usbekistan?

Nach einem Bericht der Tageszeitung "Het Financieele Dagblad" stehen die Untersuchungen im Zusammenhang mit Schmiergeldern, die über mehrere Telekomfirmen, wie der in Amsterdam ansässigen Vimpelcom, an die Tochter des früheren usbekischen Machthabers Islam Karimow geflossen sein könnten. Das Blatt berief sich auf die niederländischen Ermittler. Ein Unternehmenssprecher wollte den Bericht aber nicht bestätigen.

ING erklärte zudem, US-Ermittlungsbehörden hätten ebenfalls Informationen zu den Vorgängen angefordert. Das Ergebnis des Verfahrens sei nicht absehbar, könne aber "signifikante Strafen" nach sich ziehen, hieß es.

Der usbekische Machthaber Karimow hatte sein Land seit 1991 autoritär regiert. Internationale Organisationen warfen ihm mehrfach Menschenrechtsverletzungen und Wahlmanipulation vor. Er starb im vergangenen September. Unklar ist, wer nun die Macht in dem islamisch geprägten zentralasiatischen Land übernimmt. Einen möglichen Nachfolger hat Karimow nicht benannt. Experten befürchten einen Machtkampf nach dem Tod des Präsidenten. Es könnte zur Destabilisierung in der gesamten Region kommen. Das überwiegend muslimisch geprägte Usbekistan gilt als Rückzugsort für islamistische Extremisten.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 22. März 2017 um 15:37 Uhr.

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