Frau in Supermarkt | Bildquelle: Jens Büdpa

Preissteigerung Inflation auf höchstem Stand seit fünf Jahren

Stand: 29.12.2017 15:41 Uhr

Das Leben in Deutschland wird wieder teurer. In diesem Jahr legten die Verbraucherpreise durchschnittlich um 1,8 Prozent zu - der höchste Wert seit fünf Jahren. Vor allem höhere Mieten sowie steigende Energie- und Nahrungsmittelpreise trieben die Preissteigerung an.

Gestiegene Energie- und Nahrungsmittelpreise haben die Inflation in Deutschland 2017 auf den höchsten Stand seit fünf Jahren getrieben. Die Verbraucherpreise legten im Jahresdurchschnitt um 1,8 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt in einer ersten Schätzung mitteilte. Einen stärkeren Zuwachs hatte es zuletzt 2012 mit 2,0 Prozent gegeben.

Zum Jahresende verringerte sich der Preisauftrieb leicht. Im Dezember lag die jährliche Teuerungsrate bei 1,7 Prozent. Im November waren es noch 1,8 Prozent. Im Monatsvergleich stiegen die Verbraucherpreise nach den vorläufigen Berechnungen des Bundesamtes um 0,6 Prozent gegenüber dem November.

Eine Kundin zahlt ihre Einkäufe. | Bildquelle: dpa
galerie

Vor allem im Supermarkt zahlten Verbraucher 2017 deutlich mehr als ein Jahr zuvor.

Preistreiber Lebensmittel

Überdurchschnittlich mit drei Prozent stiegen im Jahresvergleich die Preise für Nahrungsmittel. Nur um 1,3 Prozent teurer im Jahresvergleich wurde dagegen Energie, wie die Statistiker mitteilten.

Dienstleistungen wurden demnach um 1,6 Prozent teurer, die Nettokaltmieten um 1,7 Prozent. Bei den Energiepreisen verteuerten sich vor allem Sprit und Heizöl. Details wollen die Statistiker Mitte Januar vorlegen.

Reallöhne steigen trotzdem, Sparer verlieren

Trotz der anziehenden Teuerung profitieren die Arbeitnehmer bislang von gestiegener Kaufkraft, weil die Löhne stärker zulegten. Nach jüngsten Daten der Behörde stiegen die Reallöhne im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,7 Prozent. Der Zuwachs ergibt sich aus den Bruttoverdiensten, von denen die Verbraucherpreise abgezogen werden.

Für Sparer ist die steigende Inflation dagegen bitter. Sie verlieren unter dem Strich Geld, weil Anlageformen wie Tagesgeld oder Sparbuch wegen der Nullzins-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) kaum noch etwas abwerfen.

Die Notenbank strebt mittelfristig für den gesamten Euroraum eine Inflation von knapp unter 2,0 Prozent an. Weil dieses Ziel der Preisstabilität seit Jahren verfehlt wird, versucht die EZB mit viel billigem Geld nachzuhelfen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 29. Dezember 2017 um 16:00 Uhr in den "Hundert Sekunden".

Darstellung: