Frau in Supermarkt | Bildquelle: Jens Büdpa

Inflation im März Preise steigen "nur" um 1,6 Prozent

Stand: 30.03.2017 15:32 Uhr

Was kostet ein Liter Heizöl? Wie teuer ist ein Pfund Kartoffeln? Mit solchen Fragen setzt sich das Statistische Bundesamt einmal im Monat auseinander. Das Ergebnis: die Inflationsrate. Im März lag sie bei 1,6 Prozent. Das dürfte vor allem die EZB beruhigen.

Die Inflationsrate in Deutschland lag im März bei 1,6 Prozent. Das Statistische Bundesamt veröffentlichte den vorläufigen Wert. Damit fiel der Preisauftrieb aber etwas geringer aus als in den Vormonaten, als die Inflationsrate knapp unter und über der Zwei-Prozent-Marke lag. Im Februar lag die Inflationsrate bei 2,2 Prozent - dem höchsten Wert seit Mitte 2012.

"Entlastung für die EZB"

Größter Treiber blieben im März die Energiepreise. Sie waren um 5,1 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Nahrungsmittel verteuerten sich um 2,3 Prozent. Wohnungsmieten erhöhten sich um 1,6 Prozent.

"Das nimmt Druck von der Europäischen Zentralbank", sagte der Chefvolkswirt von ING-Diba, Carsten Brzeski. Das Geldhaus spricht nur bei Werten von knapp unter zwei Prozent von stabilen Preisen. Da zuletzt im Euro-Raum diese Marke übertroffen wurde, spekulierten die Finanzmärkte auf eine näher rückende Zinserhöhung. "Diese Aufregung sollte sich jetzt ein wenig legen", sagte Brzeski. Für April rechnet er jedoch wieder mit einer Teuerung von mehr als zwei Prozent.

Wie wird die Inflationsrate berechnet?

Um die monatliche Teuerung festzustellen, sind sogenannte Preiserheberinnen und Preiserheber in ganz Deutschland unterwegs. Insgesamt erfassen sie die Preise von 300.000 Produkten. Jeden Monat werden die gleichen Produkte berücksichtigt. Ein einmal für die Beobachtung ausgewählter Artikel wird dann gegen einen anderen ausgetauscht, wenn er nicht mehr oder nur noch wenig verkauft wird. Veränderungen bei Menge oder Qualität werden von den Erfassern notiert. Sie begutachten Waren in Supermärkten, Kinos, aber auch Tankstellen.

Leitzins wird bei hoher Inflation angepasst

Die EZB hat den Leitzins auf null Prozent gesenkt, um die Gefahr einer Deflation - eines Preisverfalls auf breiter Front - zu verhindern. Außerdem pumpt sie mit Staatsanleihenkäufen Milliarden in die Wirtschaft.

Das endgültige Ergebnisse wird die Behörde am 13. April vorlegen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 30. März 2017 um 15:00 Uhr.

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