Einkaufskorb | Bildquelle: Andreas Weiss

Teuere Nahrungsmittelpreise Inflationsrate leicht gestiegen

Stand: 30.11.2015 15:22 Uhr

Die Preise sind in Deutschland im November ein wenig nach oben geklettert. Grund für den leichten Anstieg sind vor allem höhere Lebensmittelpreise. Energiekosten bleiben im Vergleich zum Vorjahr sehr niedrig. Der EZB ist diese Mini-Inflation zu wenig.

Teurere Lebensmittel lassen die Preise in Deutschland etwas stärker steigen. Waren und Dienstleistungen kosteten im November durchschnittlich 0,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. "Das ist die höchste Inflationsrate seit einem halben Jahr", sagte ein Statistiker. "Es geht sachte bergauf."

Auto wird betankt. | Bildquelle: dpa
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Niedrige Energiepreise hemmen die Inflation.

Energie günstiger, Lebensmittel teurer

Im Oktober lag die Teuerungsrate bei 0,3 Prozent, im September bei null. Für Nahrungsmittel mussten die Verbraucher diesmal im Schnitt 2,3 Prozent mehr bezahlen als vor einem Jahr. "Das ist der kräftigste Anstieg seit Februar 2014", sagte ein Statistiker. Entlastet werden die Haushaltsbudgets dagegen erneut von billigerer Energie. Sie kostete 7,5 Prozent weniger als im November 2014. Besonders Benzin, Diesel und Heizöl waren günstiger zu haben. Im Oktober hatte das Minus auf Jahressicht aber noch bei 8,6 Prozent gelegen. Weitere Details will das Bundesamt am 11. Dezember 2015 veröffentlichen.

Trotz des zweiten Anstiegs in Folge bleibt die Inflation weit entfernt von der Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Währungshüter streben mittelfristig ein stabiles Preisniveau bei Teuerungsraten von knapp unter 2,0 Prozent an. Dauerhaft zu niedrige Preise könnten Unternehmen und Verbraucher verleiten, Investitionen aufzuschieben, in der Hoffnung, dass es bald noch billiger wird. Das könnte die Konjunktur ausbremsen.

EZB will Inflation weiter anheizen

Um die Inflation anzuheizen, hat die EZB ihre Geldschleusen weit geöffnet. Die Zinsen im Euroraum liegen nur noch knapp über der Nullmarke, zudem pumpt die Notenbank seit März über den Kauf von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren monatlich 60 Milliarden Euro in die Märkte. Weil das bisher nicht den gewünschten Effekt brachte, erwarten Volkswirte, dass der EZB-Rat um Notenbank-Präsident Mario Draghi bei seiner nächsten Sitzung an diesem Donnerstag nachlegen wird. Diskutiert wird eine Ausweitung der Anleihenkäufe, aber auch höhere Strafzinsen für Banken, die Geld bei der EZB parken, werden erwogen.

Ob weitere EZB-Maßnahmen wirken würden, ist umstritten. Gerade in Deutschland betonen Volkswirte, die Mini-Inflation sei vor allem eine Folge der gefallenen Ölpreise - und die wirkten auf der anderen Seite wie ein kleines Konjunkturprogramm. Denn Verbraucher können günstiger tanken und heizen und haben deshalb mehr Geld für den Konsum übrig, zugleich profitieren auch Unternehmen von sinkenden Energiekosten.

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