Ikea-Filiale: Das Möbelunternehmen ruft einen Kühlschrank zurück | Bildquelle: AFP

Nach mehreren tödlichen Unfällen Ikea ruft Kommoden zurück

Stand: 29.06.2016 11:34 Uhr

Nach dem Tod mehrerer Kleinkinder ruft der Möbelhersteller Ikea in den USA und Kanada Millionen Malm-Kommoden zurück. In Europa werden sie allerdings weiter verkauft - denn hier erfüllen die Kommoden nach Angaben des Unternehmens alle Sicherheitsbestimmungen.

Nach dem Tod mehrerer Kleinkinder ruft Ikea in den USA und Kanada rund 36 Millionen Kommoden zurück. Die US-Verbraucherschutzbehörde CPSC macht die Möbelstücke für den Tod von sechs Kleinkindern verantwortlich.

Ikea-Kommode Malm im Kipp-Test | Bildquelle: AFP
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Die Ikea-Kommode Malm im Kipp-Test mit einer Dummy-Puppe.

Im Februar sei ein 22 Monate alter Junge im US-Bundesstaat Minnesota ums Leben gekommen, weil eine Malm-Kommode auf ihn gefallen war, hieß es in einer Mitteilung der Behörde. 2014 gab es zwei Todesfälle in den Bundesstaaten Pennsylvania und Washington. Die anderen drei Fälle liegen nach Angaben der Behörde länger zurück.

Von dem Rückruf betroffen waren neben verschiedenen Ausführungen der Malm-Kommode auch noch andere Regale mit Schubkästen. Nach Angaben der CPSC waren in den USA in den vergangenen Jahren rund 29 Millionen Stück von ihnen verkauft worden, in Kanada 6,6 Millionen.

Rückruf gilt nur für Nordamerika

In Europa werden die Kommoden dagegen weiter verkauft, da alle Sicherheitsbestimmungen erfüllt würden, teilte das Unternehmen mit. Der Rückruf gelte nur für Nordamerika. Er gehe auf einen freiwilligen Sicherheitsstandard der Industrie in den USA zurück, der für freistehende Kleiderschränke gelte. Diesen Standard habe Ikea allerdings nicht angenommen, sagte eine Sprecherin, "weil Ikea-Kommoden an der Wand befestigt werden sollen". Die Kommoden seien sicher, wenn sie gemäß der beigefügten Anleitung an der Wand befestigt würden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 29. Juni 2016 um 18:19 Uhr

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