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[Bildunterschrift: Die IG Metall will in der neuen Stahl-Tarifrunde vom Aufschwung der Branche profitieren. ]
Die IG Metall fordert für die 85.000 Beschäftigten der Eisen- und Stahlindustrie in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen eine Einkommenserhöhung um sechs Prozent. Das hat die Tarifkommission in Sprockhövel entschieden. Thema in den anstehenden Verhandlungen sollen auch die Gleichstellung von Leiharbeitern und kürzere Arbeitszeiten für ältere Arbeitnehmer sein.
"Vom Profit des Aufschwungs müssen alle Beschäftigten profitieren. In der Krise ist es uns gelungen, Jobs und Einkommen zu sichern. Nach diesem erfolgreichen Krisenmanagement muss sich zeigen, ob auch ein gutes Aufschwungmanagement mit den Stahl-Arbeitgebern geht", sagte der nordrhein-westfälische IG-Metall-Bezirksleiter Oliver Burkhard.
Während der Wirtschaftskrise hatte für die Gewerkschaft die Sicherung der Arbeitsplätze im Vordergrund gestanden. Zuletzt hatte sie für 2009 eine Einmalzahlung von 350 Euro akzeptiert und für 2010 eine Lohnerhöhung von zwei Prozent. Eine Gefahr für den Aufschwung bestehe durch eine Lohnerhöhung nicht, da die Löhne nur etwa neun Prozent der Produktionskosten einer Tonne Stahl ausmachten, hatte Burkard erklärt.
Burkhard sagte weiter, die IG Metall wolle erstmals per Tarifvertrag sicherstellen, dass der Grundsatz "gleiches Geld für gleiche Arbeit" in allen Betrieben der Branche Anwendung finde. Zur Verkürzung der Arbeitszeit älterer Arbeitnehmer sagte Burkhard, dies "helfe zugleich den jüngeren Kolleginnen und Kollegen, die dauerhaft übernommen werden wollen".
Der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Martin Kannegiesser, erklärte unterdessen im Rundfunk Berlin-Brandenburg, er sehe kaum Spielraum für höhere Löhne. Die Unternehmen erholten sich erst allmählich von der Wirtschaftskrise - auch weil sie enorm in den Erhalt von Arbeitsplätzen investiert hätten. Kannegiesser warnte davor, Unternehmen und Beschäftige in Konfrontation zu bringen.
Die Gewerkschaft lasse außer Acht, dass die Produktion 2010 nicht einmal die durchschnittlichen Mengen vergangener Jahre erreichen werde - geschweige denn die Mengen der Jahre 2006 bis 2008, sagte ein Sprecher des Arbeitgeberverbandes Stahl.. "Die Forderung der IG Metall ist der Sachlage nicht angemessen und wird daher abgelehnt."
Der derzeitige Tarifvertrag endet am 31. August. Die erste Tarifverhandlung beginnt am 6. September in Gelsenkirchen. Die Tarife gelten unter anderem für Stahlkocher von ThyssenKrupp, Salzgitter, ArcelorMittal und Georgsmarienhütte. Eine Friedenspflicht gibt es nicht.
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