Umfrage: Beschäftigte wollen sichere und faire Verträge

Umfrage der IG Metall

Arbeit soll sicher und fair sein

Sichere und faire Arbeit ist das zentrale Thema für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Zu diesem Ergebnis kommt die größte Beschäftigtenbefragung Deutschlands. 514.134 Beschäftigte aus mehr als 8400 Betrieben haben sich an der IG Metall-Befragung "Arbeit: sicher und fair!" von Februar bis Ende April 2013 beteiligt.

Sichere, faire und unbefristete Beschäftigung am wichtigsten

IG-Metall-Chef Berthold Huber (Bildquelle: dpa)
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IG-Metall-Chef Huber sieht die Politik in der Pflicht, die forderungen umzusetzen.

Ein wesentliches Anliegen der Befragten ist unbefristete, fair bezahlte Arbeit: 88 Prozent bezeichnen einen unbefristeten Arbeitsvertrag als "sehr wichtig", 83 Prozent ein verlässliches Einkommen.

Prekäre Beschäftigung wird abgelehnt. "Über 90 Prozent der Befragten fordern, dass der Niedriglohnsektor eingedämmt wird", sagte Gewerkschaftschef Berthold Huber. Das sei Aufgabe der Politik. "97 Prozent der Befragten fordern von der Politik einen handlungsfähigen und starken Sozialstaat. Flexibilität gibt es nur gegen Sicherheit."

Beschäftigte wünschen sich sichere Arbeitsplätze
tagesschau 20:00 Uhr, 18.06.2013, Alex Jakubowski, HR

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Die Mehrheit der Befragten (73 Prozent) sieht Weiterbildung als wesentlichen Faktor in der beruflichen Entwicklung an. Unter gerechten Bildungschancen verstehen sie gute Bildung, Ausbildung und Weiterbildung. "Elektromobilität, Erneuerbare Energien - nur mit hochqualifizierten Facharbeitern und Ingenieuren wird unsere Industrie den Strukturwandel erfolgreich bewältigen", sagte Huber.

Gewerkschaften stellt Forderungen an die Politik

Die IG Metall gehe auf Basis der Befragung mit Forderungen nach einem gesetzlichen Mindestlohn und flexibleren Übergängen in die Rente geht in den Bundestagswahlkampf, erklärte Huber weiter. "Die Beschäftigten wollen eine neue Ordnung auf dem Arbeitsmarkt, faire Altersübergänge, gerechte Bildungschancen, und sie wollen Beruf und Familie vereinbaren."

Die Parteien diskutierten im Wahlkampf 2013 bisher völlig an den Menschen vorbei. "Ich sage der Politik: Sie werden die Menschen nur dann für Wahlen begeistern, wenn Sie deren Themen bearbeiten", sagte Huber. Nur wer die Anliegen der Beschäftigten in handfeste Aus- und Zusagen umsetze, werde Wähler mobilisieren.

Stand: 18.06.2013 15:24 Uhr

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