Dezentrale Datenbanken Die Blockchain haucht IBM neues Leben ein

Stand: 04.01.2018 07:04 Uhr

Die Blockchain ist seit dem Aufstieg des Bitcoin in aller Munde. Doch tatsächlich kann die Blockchain so viel mehr als nur Kryptowährungen. Ausgerechnet der Tech-Dinosaurier IBM hat als einer der ersten die Möglichkeiten der neuen Technologie erkannt.

In ihren frühen Tagen wurde sie genutzt, um Drogen-Deals im Darknet abzuwickeln. Heute propagiert mit IBM ein 106 Jahre alter Traditionskonzern die neue Technologie. Keine Frage, die Blockchain hat es in ihrem kurzen Leben wahrlich weit gebracht. Das wiederum ist kein Wunder, bedenkt man die Vorzüge der neuen Technologie.

Dezentrale Datenbank mit gewissen Vorzügen

Die Blockchain ermöglicht es Unternehmen, Transaktionen sicher und für alle gut einsehbar und nachvollziehbar abzuwickeln. Ihre Stärke ist ihre Vertrauenswürdigkeit.

Zugleich können in der Blockchain sehr viel mehr Dokumente, Daten und Verträge gespeichert werden als in herkömmlichen Datenbanken. Sie ist so gut wie manipulations- und ausfallsicher.

Blockchain - was ist das?
01.02.2018, boerse

Neue Möglichkeiten für die alten Tech-Kriegsschiffe

Der Markt für Blockchain-Produkte und -Dienstleistungen dürfte daher nach Meinung von Experten in den kommenden Jahren regelrecht explodieren. Die Demoskopen von Markets & Markets rechnen mit einem Anstieg auf 7,7 Milliarden Dollar bis zum Jahr 2022 – ausgehend von einem Wert von 242 Millionen Dollar 2016.

Das eröffnet neue Möglichkeiten – auch für die alten Kriegsschiffe der Tech-Welt wie IBM, Microsoft, Oracle und SAP. Vor allem IBM dreht in Sachen Blockchain-Technologie gerade das ganz große Rad.

Virginia "Ginni" Rometty
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IBM-Chefin Virginia "Ginni" Rometty ist die einzige Frau, die es in der Tech-Welt an die Spitze eines Konzerns geschafft hat

So befragte Juniper Research kürzlich in einer Studie 400 Gründer, CEOs und führende IT-Experten, welches Unternehmen am erfolgreichsten mit der Blockchain arbeite. IBM landete auf dem ersten Platz. Mit 43 Prozent bekam IBM sogar mehr als doppelt so viele Stimmen wie der Zweitplatzierte, Microsoft.

Die Finanzbranche ist hoch interessiert

Tatsächlich hat der 106 Jahre alte Konzern die Möglichkeiten der neuen Technologie erkannt, als selbst für viele Tech-Experten der Begriff Blockchain noch ein Fremdwort war. Bereits 2016 startete IBM zusammen mit der Schweizer Bank UBS die Zusammenarbeit an einer auf der Blockchain basierenden Softwarelösung, die weltweite Handelsgeschäfte erleichtern soll.

Im Oktober 2017 trat auch das zweitgrößte deutsche Geldhaus, die Commerzbank, dem Blockchain-Projekt bei. Durch den Einsatz der dezentralen Blockchain sind die Datensätze vor dem Zugriff Unberechtigter gesichert und gleichzeitig für alle Beteiligten transparenter.

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Wenn Giganten sich vereinen...

Nach diversen kleineren Blockchain-Innovationen folgte im Oktober 2017 das nächste Großprojekt: IBM tat sich mit Walmart und neun weiteren Lebensmittelgiganten wie Unilever, Nestlé und Dole zusammen, um die Möglichkeiten der Blockchain für die Nahrungsmittelindustrie zu erkunden.

Bereits im Dezember trug das Projekt erste Früchte: IBM startete zusammen mit dem amerikanischen Einzelhändler Walmart, dem chinesischen Online-Händler JD.com und der Tsinghua Universität eine eigene Blockchain für die Lebensmittelindustrie.

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Schokoladetafeln
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Herkunft ungewiss? Nicht mit der Blockchain

Ziel ist es, die Sicherheit für Konsumenten zu erhöhen. Diese sollen künftig anhand der Blockchain genau nachvollziehen können, woher genau das Hühnchen, die Banane und die Schokolade in ihrem Einkaufswagen kommen.

Auch die beteiligten Unternehmen profitieren von mehr Transparenz in der Lieferkette. Fällt eine Lieferung aus oder kommt zu spät, kann man anhand der Blockchain direkt den Verantwortlichen ausmachen.

Im Falle verunreinigter Lebensmittelchargen, etwa mit Salmonellen, können die Lebensmittelkonzerne blitzschnell reagieren, ist doch dank der Blockchain direkt einsehbar, in welche Läden die betreffende Lieferung verteilt wurde.

Von der Lochkarte zur Blockchain

Es scheint, als machte sich IBM nach Lochkarten, elektrischen Schreibmaschinen, PCs und der Cloud nun die nächste große technologische Errungenschaft zu eigen, die den Fortbestand des Unternehmens sichern dürfte.

Zum jetzigen Zeitpunkt stellt Big Blue die Speerspitze der großen Tech-Konzerne in Sachen Blockchain dar. Muss sich IBM jetzt von International Business Machines in International Blockchain Machines umbenennen? Konsequent wäre ein solcher Schritt in jedem Falle...

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Quelle: boerse.ard.de
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